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Wolf.
5.
Breslau, 12. Februar 1837.
Vor einigen Tagen empfing ich Floresta de rimas castellanas.
1 — Haben Sie tausend Dank, lieber Freund, für dies
schöne Geschenk und Ihr noch schöneres Andenken an einen
fernen Verlassenen! Vorläufig kann ich das gewiss vortreffliche
Werk nur hinstellen als ein Buch mit 7 Siegeln; es wird
aber die Zeit kommen, welche mir manchen verschlossenen
Genuss öffnen und meine Seele wunderbar stärken und laben
wird. Was haben wir nun zunächst von Ihnen zu erwarten? Sie
sitzen im Schosse der schönsten Hülfsmittel und an der Pforte
günstiger Gelegenheit.
Ihr seid glückliche Leute! Blicke ich auf meine Breslauer
Armseligkeit, so weiss ich gar nicht, wie ich Euch beneiden
soll. [
Dass ich nach Wien binnen 2 Jahren komme, 2 möchte
ich als gewiss aussprechen. Schreiben Sie mir doch gefälligst
ganz ausführlich, wann die Wiener Bibliotheksferien sind.
Wenn ich einmal komme, will ich meine Zeit möglichst gut
anwenden. Ich habe in Wien noch viel, sehr viel zu arbeiten.
Vor allen Dingen muss ich meinen Katalog der Wiener IIss. 3
vollenden. Wie er jetzt ist, lässt er sich nicht veröffentlichen.
. Der 2. Th[eil] der Fundgruben wird emsig vorbereitet,
hoffentlich beginnt schon in künftiger Woche der Druck.
Schade, dass Endlicher so ein ganzer Naturmensch geworden
ist!
Lassen Sie bald etwas hören
Ihren treuergebenen H. |
Sollte es denn gar nicht möglich sein, dass ich eine genaue
deutliche Abschrift von Cod. Vind. 2841 (Hist. eccl. 68)
111 Bll. fol., beginnend Got ainig ewig alles gut etc. bekommen
könnte. 1
1 Der Titel lautet ,Floresta de rimas modernas castellanas* etc. Paris. 1837.
8». 2 Vol.
2 Hoffmann kam im März 1839 nach Wien und blieb daselbst, bis 10. Mai.
S. Mein Leben. Bd. 3. S. 57.
3 Erschien u. d. T.: Verzeichniss der altdeutschen Handschriften der k. k. Hofbibliothek
zu Wien. Leipzig. 1841. 8°.
4 S. auch Brief 4.