Beiträge zur Literatur der deutschen Mystiker.
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Fünfzehn ,beswerungen' werden dargestellt nach einer
Predigt des h. Bernhard von Clairvaux und endlich im dritten
Theile der geistliche Sinn geoffenbart. Diese Predigt dürfte
ein Stück der ursprünglichen Sammlung sein.
Zum Schlüsse will ich noch anführen, dass auch in dem
Buche der Marter sich eine Stelle findet, die auf die genaue
Kunde Wälschlands hinweist, welche dem Sammler des ursprünglichen
Werkes in so reichem Mass inne gewohnt hat.
Bei dem Begräbniss Christi, als er des neuen Grabes gedacht
hat, bemerkt er für seine deutschen Leser:
(253°) Es waz eyne gewonbeit vnder den Juden, alzö noch ist in welischem
lande, daz eyn reicher man der lis seyn grap berichten bey seyme
lebenden leibe u. s. w.
5.
Als Ergebnisse stellen sich somit heraus die folgenden
Sätze:
1. Um das Jahr 1340 war eine grosse, das ganze Kirchenjahr
umfassende Sammlung von Erklärungen der Evangelien
und Episteln veranstaltet worden von einem Laien, wie es
scheint, der Süd-Europa, besonders aber Italien genau gekannt
hat.
2. Diese Erklärungen waren wesentlich aus den Werken '
der deutschen Mystiker genommen und zu einem, obzwar verhüllten,
dennoch deutlich erkennbaren Ziele überarbeitet. Dieses
Ziel bestand in nichts Geringerem, als einen vollständigen
Kampf gegen ,die Pfaffen' einzuleiten und durchzuführen. Die
praktischen und äusserst schneidigen Spitzen gegen die Geistlichen
und die Kirche sind wohl alle erst vom Sammler in die
theoretischen Sätze der Mystiker verwebt worden.
3. Von dieser Sammlung war bis jetzt nur die Auswahl
bekannt, die Hermann von Fritzlar von 1343 an zusammenschreiben
liess, und die bis jetzt als ein Hauptpfeiler für die
Geschichte der deutschen Mystik gegolten und darum auch
einen breiten Raum in allen Literaturgeschichten eingenommen
hat. Sie sinkt auf eine ziemlich zahme und magere Chrestomathie
zusammen.
4. Die Hs. 2845 der k. k. Hofbibliothek ist auch nur
eine Auswahl und hur aus dem Wintertheile, sie enthält aber
nach dem Zeugniss der Ilermannischen Hs. eine ganze
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