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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 76. Band, (Jahrgang 1874)

Beiträge  zur  Literatur  der  deutschen  Mystiker.

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besteht  in  den  zahlreichen  Ausfällen  gegen  die  Pfaffen;  ja  der
Sammler  lehnt  sich  geradezu  wider  dieselben  auf,  und  es  gehört
gewiss  ein  ganz  eigener  Geist  dazu,  die  Feinde  Christi  mit  der
geistlichen  Gewalt  und  mit  den  Pfaffen  nicht  nur  zu  vergleichen,
sondern  beide  als  eins  darzustellen.  Aus  dem  gedruckten
Texte  bei  Hermann  werde  ich  unten  eine  kleine  Blumenlese
der  Aussprüche  des  Verfassers  in  dieser  Beziehung  zusammenstellen, ­
  denen  sich  dann  einige  aus  der  Hs.  anschliessen  sollen.
Für  die  erste  Eigenheit,  fremde  Sitten  und  Gebräuche
zu  schildern,  wähle  ich  ein  grösseres  Stück  statt  aller  übrigen
aus,  nämlich  die  Beschreibung  des  römischen  Carnevals  mit
der  geistlichen  Bedeutung.  Der  Verfasser  gibt  dieses  Stück
als  Glosa  zu  der  Epistel  Pauli  ad  Corinth.  IX  vom  Sonntage ­
  ,also  man  das  alleluia  leget“.  Die  Stelle,  auf  die  er  sich
zunächst  bezieht,  lautet  in  der  Uebersetzung  f.  24 a :  ,Brvder,
enwist  ir  nicht,  das  dy  in  den  wetelovfen  des  siges  alle  lovfen,  aber  eyner
nympt  das  lön.  lovffet  also  das  ir  begreiffet  das  hemelreiche‘  u.  s.  w.
Beschreibung  des  römischen  Carnevals.
(89 b )  Eyne  glösse  spricht  das  alle  togvnde  loufen,  aber  mynne  di  begreiffet
alleine  das  zii.  ouch  spricht  eyne  andere  glosa  das  alle  crefte  der  sele  louffen,
  aber  vornunft  begreiffet  alleyne  das  zeil.  Nu  spricht  Dyonysius,  das  der
louf  der  sele  sei  anders  nicht  wene  eyn  abescheiden  von  allen  vorgenklichen
dyngen  vn  eyn  zufugen  zu  dem  ewegen  leben,  wen  ir  sult  wissen  zu  vor
ous,  wor  umme  sant  Paulus  dise  epistele  schreibet,  wenne  das  meynet  das
di  Römer  haben  vier  spil  vor  der  vasnacht  vor  dem  gemeynen  volke.
Das  erste  spil  das  haben  si  zu  Capitollien  vor  deme  richtehouse,  vnd
dö  henget  man  an  eynen  bogen  von  eynem  hirzen  vnd  zweierlei  wiltbrete
von  andern  tiren  vnd  alle  di  besten  louffer,  dy  dö  zu  Rome  geseyn  mögen
vnd  in  allem  römyschem  lande  vnd  di  steen  verre  ous  vnd  man  geboutet  in
eyn  zil  vnd  dor  zu  müssen  si  louffen,  vnd  welicher  denne  der  erste  ist  zu
dem  zile  vnd  das  vleiscbe  anruret,  dem  gibet  man  is  vnd  funfzik  goldyne
dor  zu,  vnd  dennoch  so  liöt  her  dö  von  grosse  ere  vnd  alle  seyne  frunde.
Das  ander  spyl  Das  (89 c )  ist  auf  sant  Angenytten  platze,  dö  ire  kirche
steet  vnd  dö  sy  in  das  böse  hous  gefurt  wart.  Dö  hanget  man  eyn  goldyn
vyngerlein  an  eynen  vadem  vnd  das  wiget  wol  virzik  goldyne,  vnd  wer  denne
dor  dorch  reitet  mit  seynem  sper  vnd  furet  is  ous  deme  zile  des  ist  das
vyngerleyn.  vnd  dise  renner  di  sint  di  aller  besten  renner  dy  dö  in  allem
römeschen  lande  sint  vnd  di  rennen  also  blös  vnd  das  volle  daz  wirft  si
mit  steynen  wer  dö  wil  also,  das  Senatores  di  dö  ofte  flien  von  dem  platze.
Aber  weme  das  vyngerleyn  wirt,  den  heisset  man  eynen  tewern  heit  des
leibes  vnd  der  eren  di  ym  dö  von  erboten  wirt..
Das  dritte  spil  das  ist  auf  saute  Vabyaneri  berge,  dor  auf  so  stecket
man  eynen  newen  schaft  auf  eyne  mermelsteynyne  saule,  di  stet  auf  deme
            
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