Beiträge zur Literatur der deutschen Mystiker.
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besteht in den zahlreichen Ausfällen gegen die Pfaffen; ja der
Sammler lehnt sich geradezu wider dieselben auf, und es gehört
gewiss ein ganz eigener Geist dazu, die Feinde Christi mit der
geistlichen Gewalt und mit den Pfaffen nicht nur zu vergleichen,
sondern beide als eins darzustellen. Aus dem gedruckten
Texte bei Hermann werde ich unten eine kleine Blumenlese
der Aussprüche des Verfassers in dieser Beziehung zusammenstellen,
denen sich dann einige aus der Hs. anschliessen sollen.
Für die erste Eigenheit, fremde Sitten und Gebräuche
zu schildern, wähle ich ein grösseres Stück statt aller übrigen
aus, nämlich die Beschreibung des römischen Carnevals mit
der geistlichen Bedeutung. Der Verfasser gibt dieses Stück
als Glosa zu der Epistel Pauli ad Corinth. IX vom Sonntage
,also man das alleluia leget“. Die Stelle, auf die er sich
zunächst bezieht, lautet in der Uebersetzung f. 24 a : ,Brvder,
enwist ir nicht, das dy in den wetelovfen des siges alle lovfen, aber eyner
nympt das lön. lovffet also das ir begreiffet das hemelreiche‘ u. s. w.
Beschreibung des römischen Carnevals.
(89 b ) Eyne glösse spricht das alle togvnde loufen, aber mynne di begreiffet
alleine das zii. ouch spricht eyne andere glosa das alle crefte der sele louffen,
aber vornunft begreiffet alleyne das zeil. Nu spricht Dyonysius, das der
louf der sele sei anders nicht wene eyn abescheiden von allen vorgenklichen
dyngen vn eyn zufugen zu dem ewegen leben, wen ir sult wissen zu vor
ous, wor umme sant Paulus dise epistele schreibet, wenne das meynet das
di Römer haben vier spil vor der vasnacht vor dem gemeynen volke.
Das erste spil das haben si zu Capitollien vor deme richtehouse, vnd
dö henget man an eynen bogen von eynem hirzen vnd zweierlei wiltbrete
von andern tiren vnd alle di besten louffer, dy dö zu Rome geseyn mögen
vnd in allem römyschem lande vnd di steen verre ous vnd man geboutet in
eyn zil vnd dor zu müssen si louffen, vnd welicher denne der erste ist zu
dem zile vnd das vleiscbe anruret, dem gibet man is vnd funfzik goldyne
dor zu, vnd dennoch so liöt her dö von grosse ere vnd alle seyne frunde.
Das ander spyl Das (89 c ) ist auf sant Angenytten platze, dö ire kirche
steet vnd dö sy in das böse hous gefurt wart. Dö hanget man eyn goldyn
vyngerlein an eynen vadem vnd das wiget wol virzik goldyne, vnd wer denne
dor dorch reitet mit seynem sper vnd furet is ous deme zile des ist das
vyngerleyn. vnd dise renner di sint di aller besten renner dy dö in allem
römeschen lande sint vnd di rennen also blös vnd das volle daz wirft si
mit steynen wer dö wil also, das Senatores di dö ofte flien von dem platze.
Aber weme das vyngerleyn wirt, den heisset man eynen tewern heit des
leibes vnd der eren di ym dö von erboten wirt..
Das dritte spil das ist auf saute Vabyaneri berge, dor auf so stecket
man eynen newen schaft auf eyne mermelsteynyne saule, di stet auf deme