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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 76. Band, (Jahrgang 1874)

72

Haupt.

an  den  Schlüssen  aller,  sondern  nur  derjenigen,  die  in  die  Advents- ­
  und  Weihnachtszeit  fallen,  und  zwar  finden  sich  die
Stücke  H.  Barbara  4.  Dec.  Nicolaus  6.  Dec.  Lucia
13.  Dec.  Thomas  apost.  21.  Dec.  Silvester  31.  Dec.
endlich  am  Tage  Pauli  Er  ein  itae  10.  Jänner  r  esp.  15.  J  änner
,Wi  man  cliz  kint  etzen  sulle  vnde  sougen  .  .  .  wi  man  da'z  kind  wigen
sulle  vnd  singen.“  Diese  Stücke  kommen  in  der  Hs.  2845  nicht
vor,  da  die  Schreiber  alle  Heiligen  grundsätzlich  ausgeschlossen
haben.  In  eben  dieser  Handschrift  handeln  aber  alle  .Erklärungen ­
  vom  ersten  Sonntage  im  Advent  bis  zum  Sonntag  ,also
man  das  alleluia  leget 1  nur  von  der  ewigen  Geburt.
Ist  dies  ein  Zufall?  Gewiss  nicht!  H  ermann  und  die  Wiener
Hs.  haben,  wo  nicht  unmittelbar,  so  mittelbar,  aus  einer  Vorlage ­
  geschöpft,  in  welcher  die  Evangelien  undEpisteln  auf  die  Tage
der  Heiligen  sammtden  Erklärungen  nicht  von  den  sonn-  und  werktäglichen ­
  geschieden  waren.  Sie  gehören  alle  zusammen,  wenn
diese  Erklärungen  auch  von  verschiedenen  Verfassern  herrühren.
3.
Von  verschiedenen  Verfassern  werden  dieselben  ohne  Zweifel
herrühren,  wie  schon  aus  der  Art  und  Weise,  die  Episteln  und
Evangelien  zu  erklären,  kann  gezeigt  werden,  auch  der  verschiedene ­
  Styl  gibt  dafür  Zeugnisse.  Auszuscheiden  sind  vor
anderen  die  Predigten  über  die  neun  Fragen  mit  ihren  Antworten, ­
  die  bestimmt  nur  einem  in  der  Mystik  vertieften  Manne
angehören.  Die  anderen  gehen  weit  auseinander,  besonders
diejenigen,  die  nach  den  Weihnachtstagen  fallen.  Aber  derjenige, ­
  der  zuerst  diese  Predigten  in  ein  Buch  versammelte,
muss  sie  stark  überarbeitet  haben,  wenn  auch  nicht  alle  in
gleichem  Masse.
Zwei  Eigenheiten  des  Hermannischen  Legendenschreibers ­
  finden  sich  nämlich  auch  in  diesen  Predigten  der  Wiener
Hs.  Fr.  Pfeiffer  sagt  von  der  einen  S.  XIX:  ,anziehend
sind  die  da  und  dort  eingestreuten  Schilderungen  von  Sitten,
Gebräuchen  und  Gewohnheiten  in  Italien  und  Spanien,  die,
wenn  auch  nicht  so  häufig  angebracht  als  zu  wünschen  wäre,
doch  nicht  wenig  dazu  beitragen,  der  ganzen  Darstellung  Leben
und  Farbe  zu  geben 1 .
Die  zweite  der  Eigenheiten,  die  aber  Fr.  Pfeiffer,  wer
weiss  aus  welchen  Gründen,  unterlassen  hat  hervorzuheben,
            
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