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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 76. Band, (Jahrgang 1874)

Beiträge  zur  Literatur  der  deutschen  Mystiker.

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Hermann  S.  55.
Nu  neme  ich  di  achte  vräge:
welich  di  gäbe  oder  di  fruchte  sin
di  dem  mensche  gegeben  werden  in
deme  daz  ewige  wort  gesprochen  wirt.
Daz  erste  ist:  der  mensche  wirt  vereinet ­
  mit  gote.  Daz  ander:  her  wirt
gotis  sun  von  gnaden.  Daz  dritte:
her  wirt  gotes  erbe.  Daz  virde:  alle
knechtlichkeit  vellet  ime  abe.  Diz
spricliit  sente  Paulus  und  benimet
dise  vollekumenheit  alle  vire,  da  her
sprichit:  ,in  Kristo  enist  weder  Jude
noch  Kriche,  noch  wip  noch  man,
noch  knecht  noch  vrie:  si  sint  alle
ein  in  Kristo  und  sint  gotis  sune;
und  sint  si  sune  so  sint  si  erben  von
gote‘.  Unde  dise  vorgenanten  stucke
di  zwelfe  und  dise  vire  de  bewisen
daz  höste  leben  daz  dise  zit  geleisten
mac.  Welich  mensche  der  stucke  an
ime  nicht  enhät  und  dar  ane  versixmit
  ist  daz  her  ir  nicht  wil  irkrigen,
dise  gebrechen  nennit  sente  Augustinus ­
  geistliche  sunde.  Der  ir  aber  nit
enhät  und  di  vorgenanten  stucke  ir
volgit  hät,  zu  deme  mag  der  himelische
  vater  sprechen:  ,diz  ist  min
Über  sun  in  deme  ich  mir  wolgevalle 4 .
Nu  neme  ich  di  nun  den  vräge,  wo
bi  man  disen  menschen  irkennen  sulle
in  deme  daz  ewige  wort  gesprochen
were.  Daz  erste  ist:  dise  lute  sint
gestorben  blute  und  vleische  und  alle
irre  begervnge.  Also  sprach  sente
Paulus:  ,sider  daz  daz  ewige  wort  in
mir  enteckit  wart  daz  iz  geborn  wart,
so  engelebite  ich  nummer  mer  blute
noch  vleische 4 .  Daz  andere  stucke
ist:  daz  lipliche  vroude  und  alle  zirde
dirre  werlde  ist  alse  ein  sür  wint  in
irre  sele.  Dar  umme  sprichit  sanctus
Gregorius:  ,werltliche  vroude  und
werltliche  ere  enist  nicht  me  danne

Hs.  2845.
(71 d )  Nü  neme  ich  die  achte  vröge  di
ich  nu  lis,  Di  do  saget  von  den  dyngen
welich  es  di  goben  in  der  frögen  sint
ader  di  frochte  di  dem  menschen
gegeben  werden  in  deme  das  ewege
wort  gesprachen  wirt.  Das  erste  ist
das  der  mensche  mit  gote  voreynet
wirt.  Das  ander  das  her  gotes  son
wirt  von  gnäden.  Das  dritte  das  her
gotes  erbe  wirt.  Das  virde  das  ym
denne'  alle  knechtlichkeit  abe  vellet.
Dis  spricht  sant  Paulus  und  nennent  (!)
dise  volkomenheit  alle  vire:  ,jn  christo
ist  wede  Jude  noch  criche,  noch  weip
noch  man,  noch  knecht  noch  frei,
wen  sy  sint  alle  gotes  sone  vn  seint  si
sone  so  seint  si  ouch  erben  von  gote 4 .
vnd  dise  vorgenanten  stucke  di  zwelfe
vnd  dise  vire  di  beweisen  daz  hogeste
leben  das  dise  zeit  geleisten  mak,
vnd  welich  er  mensche  diser  dynge
nicht  enhot  vnd  dor  an  vorsaumet
ist,  also  das  her  ir  nicht  ercrigen
wil,  vnd  disen  gebrechen  nennet
sante  Augustius  geistliche  sunde.  Der
ir  aber  nicht  enhette  vnd  dach  di
vorgenanten  stucke  derworbenliot  (72 a )
von  den  mak  der  vater  von  hymelreiche
  wol  sprechen:  ,Dis  ist  mein
über  son  in  deme  ich  mir  wol  gevalle 4 .
Nü  neme  ich  di  nüende  froge,  di
ich  ouslegete  in  der  ersten  myttewachen
  wi  do  ousgeleget  wart,  wo
bei  man  eynen  sulichen  menschen
erkennen  sal  in  deme  das  ewege  wort
geboren  wirt.  Das  erste  das  der  mensche
gestorben  sei  blute  vnd  fleische  vn
alle  irre  begerunge.  Also  sprach  sant
Paulus:  ,Synt  das  ewege  wort  in  mir
enttecket  wart  so  lebete  ich  nymmer
deme  blutte  noch  deme  fleische 4 .  Das
ander  ist  di  leipliche  freude,  dy  ist
also  eyn  swert  in  der  sele  vnd  iäch
also  eyn  tätlicher  vynt,  vn  dor  vmme
spricht  sante  Gregorius:  ,werltliche
            
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