Beiträge zur Literatur der deutschen Mystiker.
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Am Schlüsse der Predigt über die Epistel des Mittwochs
nach dem zweiten Adventsonntage beantwortet er die erste
Frage also:
(34 a ) Nü neme ich unser vrögen eyne, Dy dö von spricht, wi sich der mensche
bereiten sulle zu dem ewegen Worte. Zum ersten möle, so sal her alle
creätüren in ym gesweiget haben, also das keine creätüre ym zuspreche, un
das her oucli ir mite nichte zuspreche, wenne in (34 b ) welicher sele di
creätüren sprechen, Dö enmak der vater seyn wort mit nichte in gesprechen
auf das lovterste. Ich wil sprechen eyn grosses wort, das sullen wenynk
leute vorsteen: Di weile di sele spreche er (1. ir) eygin wort, Di weile so
inmak der vater in ir nicht geberen auf das högeste. Di ander bereitunge,
di di sele mus haben, Das ist, das si sich selber lasse alzv möle, di das
ewege wort enphöen sal, daz muz io sein. Dis ist beweiset von sant Paulus
un an unser frawen, in den das ewege wort gesprachen wart, wen also
Paulus spricht: ,herre, was wilt du das ich tue?‘ vnd unser frawe sprach:
,mir geschee noch dynen Worten* rechte also mus der mensche seynes selbes
ous geen vnd ir selbes vorlouken vnd gotes eigen werden. Di dritte bereitschaft
ist, das der mensche sal syne vornunft auf heben vn sal seen. Also
spricht das ewangeliö: ,Saget der tochter von Syön, das si sei das lustliche
werk, das dise geleisten mak‘. Sich, wi begirlich her kompt, wen her spricht:
,Dis ist meine freude, das ich wone mit den kyndern der leute 4 . Sich, wi
snellichen her kompt, wen her kompt spryngende vber di berge also eyn rechcälp.
sich, wi gewaldiclich her kompt, vn (34 c ) wen her kompt, so spricht her:
,Ich habe geloufen also eyn rise mynen wek*. Das vierde, das man diser
gebort gröslich begern sal, wenne eyne gute begerunge ist eyne wortzele
aller togunde. Di vnd ander togunde gebe vns der almechtige got. Amen.
Die dritte Frage beantwortet er am Schlüsse der Predigt
über das Evangelium desselben Mittwochs also:
(35 a ) Nv neme ich aber unser flogen eyne vn di ist also: x\p der mensche
sich also bereiten möge, das got sein eweges wort in di sele gesprechen möge.
Ir sult wissen, das dö zwei (3o b ) erlei not in gote. Di eyne ist: dö sich got
mite libe vn mit pflichten vorstricket vnd vorlobet höt zu den creätüren, des
enlesset got nymraer mir (1. mer), wen di sele bereit ist, her müsse sich ir
geben von not vn dor vmme spricht xpc zu Zachario: ,Ich mus bleiben in
deinem house.‘ Es ist eyn ander not: Also ein itzlich gut dink gemeynet
alle dem, das sein enphenklich ist, vnd dor vmme were is wider gotes gute,
das her sich vns vorhilde, wen wir sein enphenklich weren. Di dritte not
ist, hat nü eyn andere gewalt vnd eyner not sache un das enmak .yn gote
nicht gevallen. Dy meister sprechen, das alle dye werk, di di sele wirket
mit gote vn in der gnaden, das her den Ionen möge, aber nicht also her
wil, wen das werk der creätüren ist gemeyne vn in zeit vnd dor umme sint
si zu cleyne vnd zu snöde, das in got von rechte Ionen dorfe. aber di werk,
di got in vns wirket äne unser zutun vnser craft, vnd dö di sele ous geet
irre eigynen ■vyerke, vn got mit seynem werke überbaut nyniet dö geet di
sele ous mit louterm leiden vnd got nympt loutere werk, vnd alle di werk
di got also wirk eit (!) in der sele, den ist her scholdik zu Ionen von rechter