64
Haup t.
unser munt von dir gekündet hot, vnd dor vmme fuget sich das du is haldest 4 .
Wen Isaias spricht: ,Sehet den namen vnsers lierren von verrens in clärheit,
her follet alles ertrich mit der lmnft vnsers herren 4 . Ouch spricht sant Eernhardus:
,Dis muge wir uns wol scheinen, das si so hitzik wören vnd wir
sol (1. so) kalt sint, wenne der herre enkumpt nyrne hyn, wen dö man sein
hitziclichen begert vn wonet ouch nyndert wen in reinen herczen. 4 vnd dor
vmme spricht her: ,eyn konyk‘ wen got ist eyn eygein (!) konik der sele, vn
di sele eyne konygynne gotes, vnd dor vmme spricht her ,der konik 4 wen
alle winkel (28 b ) der seien sullen erfüllet werden, vnd dor vmme spricht
man in dem buche der übe: ,Di libe hot vil heymelicher wege in irem
garten 4 . Zum ersten senftmvtiklich alle gebrechen zu vorgeben, demvticlychen
Di togvnden alle zu üben. ,viul reitende auf der eselynne 4 , Das bezeiclient
das wir den esel vnsers leichnames messiclichen halden sullen. sant
Bernhart spricht: ,wer seynem leichnam gütlichen tut der storket seinen vint 4 .
Nü ist eine froge, Wi sich eyn mensclie halden sulle in diser werlde, das
is enplienklichen werden möge des ewegen Wortes. Sant Pavlus spricht in
eyner epystelen: ,Bruder ir sult auf steen von dem slöfe 4 . Do meint her
myte dy böse gewonheit, di sal aller hyn geleget werden. Das ander spricht
her: ,wert nicht geschawet 4 , Das meint, das der mensche vil alleine des nachtes
sal sein, wen alle creätüren sweigen vn ruwen. vnd dor vmme spricht sant
Bernliardus: ,0 meyn herre, Ich frewe mich der langen nachte, das ich mich
mit dir bekümmern sal vn wol mit ym erlösten 4 . Zum dritten möle so spricht:
,nicht in legerbetten 4 , Daz meint, daz man nicht trege sal sein. ,nicht in
trunkenheit 4 . Daz meint, daz man sol mesik (28 c ) sein an der speise, an
tränke vn allen dyngen vil sunderlich mit den Worten, wen der mensche
hyndert ofte gotes inspröcht. also sal man ouch nicht foul sein in allen
dingen, di dö gehören zu den eren gotes vnd zu der sele heil uü sunderlich
zu geistlicher vbunge, zu ynnekeit in dem gebete vn zu andächtigem betrachten,
wen dis ist eyne phorte dorch di got geet in di sele. Daz fünfte
spricht her ,nicht in schänden 4 , Daz meynet, das dein (1. dhein) mensche sein herze
vmme nicht ströfe zwischen ym vnd gote, vn das sein leben vnströf lieh sei vor den
leuten. Das sechste spricht her ,vn nicht in crige 4 , Daz meint, das der
mensche mit nymande sal crigen weder vor gerichte noch heymelichen, sunder
her sal steen an eyner ganzen vn volkomen libe mit allen men sehen.
Zum sibenden möle spricht her ,nicht yn hasse 4 , Das meint her sal sein in
eyner guten getrounge zu allen menschen, vnd sal sich wenen den . aller
snödesten vnder allen menschen, vn sal sprechen: ,Herre ihesu xpi, Ich vnwirdiger
armer sunder, Ich bitte dich, waz deinen aller übesten frunden vber
bleibet, das du mir das gebest, vnd bitte mit Lasaro der brosemen, di dö
vallen von der reichen menschen tische 4 . Das sint die edesten (?) menschen,
di di zeit geleisten mak, vnd di dö gote enphöen gar rieh (28 d ) liehen.
Nu ist eyne froge, wi der lichnam sich dor zu halde wen di sele das ewege
wort enpheet. Dis höt man eye figvre in der alden ee. also di schrift
spricht an dem dö vnser lierre sprach zu Heliäs: ,Trit in di steinlucke, wen
ich wil zu dir komen. 4 dö trat her in den stein vnd sach, wi eyn grosses
fewer quam vn vorbrante alles daz dö was, vn dor noch wart eyne ertbydemunge,
vn dor noch quam eyn rouschendes wasser vnd furte das alles hyn-