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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 76. Band, (Jahrgang 1874)

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Haupt.

beseme  sullen  dreierlei  rutten  haben.  Di  ersten  sint:  eyne  wöre  rewe  vn
bitterkeit  vmme  di  snnde,  Di  andern:  loutere  beichte,  Di  dritten:  volkomene
busse  vn  willen  hän  der  svnden  nymine  zu  tvne.  Zum  andern  möle  so  sal
her  sein  hous  schone  ziren  mit  manechveldigen  togvnden  vn  guten  werken:
Also  mit  schöner  demutikeit,  gedolt  vn  reinekeit  etc.  Zum  dritten  möle  sal
her  dem  Herren  bereiten  eyne  lostlieke  speise,  Das  ist  eyne  susse  andöchte
vn  eyn  ynneges  gebete  vn  lypllche  hymelische  betrachtunge,  dis  sint  alles
gerichte,  di  gote  gar  lostlich  sint.  Älsö  sulle  wir  vnser  houser  kegen  ym
bereiten,  vn  in  bitten  vn  di  konygynne  Maria  vmme  genäde  zu  reden  un  zu
hören  etc.
Am  ersten  svntag  im  adefent  (roth).
Man  begeet  houte  den  ersten  svntalc  in  dem  (27‘)  adefent.  wen  ir  sult  wissen
das  alle  wege  vir  ^untage  sint  vor  dem  cristes  tage,  vn  di  bezeichen  vier
•  zukunfte  unsers  herren.  Der  erste  suntak  bezeichent  di  erste  zulcunft,  das
vnser  herre  quam  vn  geborn  wart  mensche  in  dise  werlt  von  der  konigynne,
vii  dor  vmme  fröget  man,  wor  vmme  der  herre  nicht  wolde  geborn  werden  in
deine  svmmer.  Das  ist  dor  vmme,  das  her  vns  eyn  bilde  gegeben  höt,  das
her  in  leiden  körnen  sei  in  dise  werlt,  vn  meint  ouch,  das  man  den  armen
menschen  denne  gütlichen  tuen  sulle,  wen  sie  gemenlichen  nymmer  in  dem
iäre  so  nötik  sint  also  vmme  di  zeit.  Sante  Bernhart  spricht,  das  man  das
leint  sulle  heissen  also:  hercze  libes  kint,  .vn  sol  is  heissen  das  libe  leint  das
gotes  son  ist.  Der  ander  suntak  ist  bezeichent  dö  bei,  das  got  geistlich
leompt  in  di  ynnege  seien.  Also  spricht  saut  Bernhart:  ,liber  herre,  wi  lostik
ist  denne  (1.  deine)  zulcunft  der  sele  vn  wi  fridelich  ist  deyne  vmmeföunge,
vn  wi  peynlichen  vn  iamerlichen  ist  dein  abesekeiden!'  vnd  dor  vmme  list
man  in  der  veter  buche,  das  eyn  altvater  sas  auf  seinem  bette  in  dem  slöfhouse,
  vn  begerte  von  ganzem  herzen,  das  her  dis  libe  kyndelyn  seen
mochte,  das  dö  also  nu  zukunftik  ist.  Dö  quam  vnser  libe  frawe  vnd  bröchte
ir  libes  kynt  an  irem  arme  vnd  sprach  zu  ym:  ,Nü  nym  .das  kynt,  wenne
du  sein  genzlichen  begert  kost,  aber  ich  wil  is  dir  nicht  lange  lassen.'  Dö
nam  der  (27 b )  bruder  das  libe  kyndelein  an  seine  arme  vnd  halste  is  vnd
koste  is  vii  drukte  is  an  sein  herze  vnd  sprach:  ,du  herzen  libes  kint,  das
dorch  meinen  willen  geborn  ist  worden  in  dise  werlt!'  vnd  dor  noch  nicht
lank,  dö  hiscli  vnse  frawe  ir  kint  wider,  vnd  der  monech  wolde  is  ir  nicht
gerne  wider  geben,  vnd  vnse  frawe  begreif  ir  kynt  vnd  zöeli  is  zu  ir,  vii
der  monech  zöch  is  ouch  wider  zu  ym,  vnd  rif  mit  louter  styinme  seinen
brudern  vii  sprach:  ,helft  mir!  helft  mir!  andres  si  nympt  mir  das  leint.'  Daz
furen  di  bruder  auf  vnd  warten,  was  ym  were,  vnd  wöneten  her  were  rösende
worden.  Vnd  dö  funden  si  den  moneche  sere  betrübet  vmme  das  her  sein
kint  hatte  vorloren,  Vnd  dö  sagete  her  in,  wi  her  is  an  seinem  arme  gehabt
hette.  Der  dritte  suntak  bezeichent,  das  unser  herre  selber  körnen
wolde  zu  dem  letzten  ende  unser  liben  frawen,  also  sie  von  hynuen  scheiden
scheiden  (!)  solde,  vnd  noch  kvmpt  zu  maneches  fromen  menschen  ende,
also  sant  Augustius  spricht  von  vnser  frawen,  das  vnser  herre  mit  seynen
engel  dö  were,  vnd  spricht  di  sclirift,  das  vnser  herre  were  bei  dem  ende
seyner  liben  wirtynne  Marthan,  dö  di  sterben  solde,  mit  seinen  liben  apostelen
vnd  sprach  zu  ir:  ,Mine  libe  wirtynne!  leom  nü  !  wen  du  höst  mich  gar  offte
            
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