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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 76. Band, (Jahrgang 1874)

Beiträge  zur  Literatur  der  deutschen  Mystiker.

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dem  oweste-,  aber  umme  eteliclie  Sache
so  sint  dise  tage  geleget  bi  dem  kristag.
Wanne  Kristns  ein  lioubit  ist  aller
inertere,  so  hat  man  allerleige  merterere
  bi  in  gesatzit.  Sente  Stephan
der  was  ein  merterer  mit  willen  und
mit  werken.  Aber  sente  Johannes  was
ein  merterer  mit  willen  und  nit  mit
werken.  Aber  di  kindeline  wären  merterer ­
  an  den  werken  und  nit  mit  willen, ­
  wan  si  noch  keinen  willen  gehaben
mochten  .  .  .

S.  35.
Nu  kere  ich  mich  zu  deme  ewangelio,
daz  Jesus  sprach  zu  den  scharen  vnd
zu  den  fürsten  der  pristere:  ,we  üch
wan  ir  gesteinet  habet  di  propheten
und  getotit  habet  di  boten  gotis!  des
muz  über  üch  kommen  alle  di  räche
des  blutis  daz  ie  gegozzen  wart  uffe
di  erden  von  Abel  dem  gerechten  wan
uffe  Zachariam. 4  Hi  sint  zwei  zu  merkenne.
  Daz  eine  ist:  den  gruwelichen
vluch  den  Kristns  gap  den  juden,  di
dä  schuldig  wären  an  dem  valschen
gerichte  daz  über  di  merterere  gesezzen
  ist.  Daz  andere  ist  daz  grüweliche
  urteil,  daz  vber  di  irgen  sal  di
noch  unschuldig  blut  gizen  und  di  do
steinen  di  propheten  .  .  .
S.  36.
Sente  Johannes  tag  ewangelisten.
Man  heget  hüte  sente  Johannes  tag  des
ewangelisten.  Den  nennet  daz  ewangelium
  den  junger  den  Jesus  lip  hate.
Dise  libe  wisete  ime  Jesus  an  drin
dingen.  Daz  erste:  her  offenbärte  ime
heimeliche  ding.  Ein  Zeichen  rechter
libe  ist:  waz  ich  waiz  daz  daz  min
frunt  ouch  wizze  .  .  .

herbeste,  aber  vmme  etliche  Sachen  so
sint  dise  tage  geleget  bei  den  cristtag.
  wenne  Christus  ist  eyn  houpt
aller  marter,  so  hot  man  dreierleie
merterer  bei  in  gesatzt.  wenne  sant
steffan  was  ein  merterer  mit  dem
willen  vn  mit  den  werken,  aber  sante
Johannes  was  ouch  eyn  merterer  mit
dem  willen  vnd  nicht  mit  den  werken. ­
  aber  di  liben  kynderlein  di  wären ­
  merterer  mit  den  werken  vn  nicht
mit  dem  willen,  wenne  sy  noch  nicht
keinen  wyllen  mochten  gehaben  .  .  .
(das  ewangelio  Johannes  in  XXIII)  roth.
(53 b )  Jhesus  sprach  zu  den  scharn
der  Juden  vnd  zu  den  fürsten  der
prister:  ,we  euch  wenne  ir  gesteynet
habet  di  propheten  vnd  getöttet  habet
di  boten  Christi!  Des  mus  vber  euch
körnen  alle  di  räche  des  blutes  das  y
auf  di  erde  gegossen  wart  von  Abel
dem  gerechten  bis  auf  das  blut  Zacharian/
  Hir  sint  zwei  zu  merken,
das  erste  ist  den  groulichen  fluch  den
got  do  gap  den  Juden,  di  do  scholdik
woren  an  dem  valschen  gerichte  daz
vber  di  merterer  geton  ist.  Das  ander
das  grouliche  orteil,  das  vber  di  ergeen
  sal  di  do  noch  vnscholdik  blut
(53 c )  vorgissen  vnd  di  do  steinen  di
präpheten  .  .  .
(an  sente  Johannes  tag  des  ewangelisten
vn  zwelf  poten  in  ende)  roth.
(54 a )  Es  ist  houte  sant  Johannes  tak
des  ewangelisten,  vnd  das  ewangeliä
nennet  in  den  jvngern  den  Jhesu  lip
hatte,  vnde  dise  libe  di  beweiste  vnser
herre  Christus  kegen  ym  an  dreien
dingen.  Das  erste  in  deme,  wenne  her
ym  vil  heymelicher  dink  offenbärte,
wenne  das  ist  eyn  rechtes  Zeichen
eyner  wärhaften  (54 b )  libe,  was  ich
weis  das  das  ouch  meyn  frünt  weis  .  .  .
            
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