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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 76. Band, (Jahrgang 1874)

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Sacken.  lieber  ein  neues  Militärdiplom  von  Kaiser  Elagabalus.

dagegen  ist  der  Ausstellungstag  des  Diplomes  von  Vespasian  (a)
der  2.  December,  der  des  Diplomes  von  M.  Aurel  und  L.  Verus
  (b)  der  6.  Mai.
Die  Namen  der  beiden  Consuln  des  Jahres  221  lernen
wir  aus  unserer  Tafel  bestimmter  kennen.  Inschriften,  Cassiodor,
die  Fasti  Idatiani  und  das  Chronicon  Paschale  haben  nur  Gratus
und  Seleucus.  1  Dio  Cassius  (p.  991)  nennt  sie  Gratus  Sabinianus
  und  Claudius  Seleucus,  auch  in  den  kleinen  Florentiner
Fasten  hat  Gratus  den  Beinamen  Sabinianus.
Der  Name  des  Soldaten  der  vierten  Prätorianer-Cohorte,
welcher  das  Diplom  erhielt,  ist  Marcus  Septimius  Maeticus.
Ein  zu  Philippopel  gefundenes,  jetzt  in  Paris  befindliches  Militärdiplom ­
  Trajans  v.  J.  99  2  wurde  einem  Soldaten  der  Ala  prima
Asturum,  Namens  Meticus,  ertheilt;  es  scheint  also  ein  in  Thracien
  üblich  gewesener  Name  zu  sein.
Unser  Prätorianer  gehörte  zur  Tribus  Ulpia,  einer  der
sechs  imaginären  Militärtribus. 3  Sein  Geburtsort  war  die  acht
Meilen  vom  Fundorte  des  Diplomes  entfernte  Stadt  Philippopel.
Diese,  in  alter  Zeit  Eumolpias  oder  auch  Paneropolis  genannte
Stadt,  erscheint  zwar  bei  den  meisten  Schriftstellern  unter  dem
Namen  Philippopolis,  den  sie  von  ihrem  Gründer,  Philipp  II.
von  Macedonien,  erhielt,  indess  wurde  sie  in  späterer  Zeit  auch
von  ihrer  Lage  auf  einem  dreigipfeligen  Berge  Trimontium
genannt.  4  Eben  wegen  des  benachbarten  Fundortes,  weil  es  doch
wahrscheinlich  ist,  dass  sich  der  ausgediente  Prätorianer  in
seiner  Heimath  niederliess,  werden  wir  hier  diese  thracisehe
Stadt,  nicht  die  gleichnamige  Britanniens,  anzunehmen  haben.
Als  Aufbewahrungsort  der  Originalurkunde,  von  welcher
unsere  Tafel  eine  beglaubigte  Abschrift  ist,  erscheint  der  nach
der  Mitte  der  Regierungszeit  Domitians  (seit  93)  gewöhnliche,
nämlich  die  Wand  hinter  dem  Tempel  des  Augustus  ad  Minervam
  zu  Rom.

1  Bullet.  1849,  p.  133;  1851,  p.  76;  1867,  p.  14.  Orelli-Henzen,  5514,
6058.
2  Mommsen,  p.  863,  XX.
3  Vgl.  Gruter,  DXXXII,  9,  CMXL,  9.  Faüretti,  340,  513.  Orelli,  XI.
p.  18,  54.
4  Plin.  IV,  11.  Ptolem.
            
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