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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 76. Band, (Jahrgang 1874)

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Sacken.

Jahres  221  dargestellt  erscheint  mit  der  Umschrift:  S  AK  CT
DEO  SOLI  ELAGABAL.  Das  Bild  des  Gottes  bestand  aber
nach  Herodian’s  Beschreibung'  in  einem  grossen,  schwarzen,
angeblich  vom  Himmel  gefallenen  Steine  von  konischer  Form;
der  Pomp  des  Festzuges  überbot  alles  Ähnliche.  Den  von  Gold
und  Edelsteinen  strotzenden  Wagen,  auf  welchem  der  Meteorit
lag,  zogen  sechs  reich  geschmückte,  makellos  weisse  Pferde;
der  Kaiser  schritt  voran,  aber  nach  rückwärts,  das  Gesicht
unverwandt  dem  Gotte  zugekehrt;  damit  er  nicht  falle,  war
der  Weg  mit  goldigem  Sande  bestreut.  Bei  den  Opfern  flössen
das  Blut  der'  Stierhekatomben  und  zahllosen  Schafe  und  der
ausgegossene  Wein  in  Strömen.  1
Kach  diesem  seinen  Lieblingsgotte,  dessen  Dienst  er  sein
ganzes  Leben  widmete,  benannte  sich  der  Kaiser;  auf  Münzen
nennt  er  sich  Invictus  oder  summus  sacerdos  Dei  Solis  Elagabali.
  Amplissimus  Sacerdos  kommt  auf  dem  Bruchstücke
eines  von  ihm  mit  seinem  Adoptivsöhne  Severus  Alexander  im
Jahre  222  ausgestellten  Militärdiplomes  vor. 2  Kein  anderer
Kaiser  legte  sich  diesen  Titel  bei  und  der  von  ihm  mit  solchem ­
  Eifer  eingeführte  Cult  des  Elagabal  kam  unter  seinen
Nachfolgern  in  Verfall,  bis  ihn  Aurelianus  wieder  aufnahm. 3
In  der  ersten  Zeile  unseres  Diplomes  nennt  sich  Elagabalus
  Sohn  des  grossen  Antoninus,  nämlich  des  Caracalla.  Der
Name  Antoninus  hatte  noch  von  den  glänzenden  Zeiten  des
ersten  Kaisers  dieses  Namens  und  von  dem  siegreichen  Marc
Aurel  her  einen  überaus  guten  Klang,  namentlich  bei  den  Soldaten ­
  ;  auch  Caracalla,  der  sich  denselben  beigelegt  hatte,  trug
durch  seine  Popularität  bei  den  Letzteren  zum  Ansehen  dieses
Namens  bei.  Man  glaubte  an  ihn  den  Bestand  des  Reiches  geknüpft ­
  und  als  Macrinus  nach  der  Ermordung  Caracallas  mit
seinem  Sohne  Diadumenus  zum  Kaiser  ausgerufen  wurde,  sah
er  sich  genöthigt,  seinem  Sohne  eiligst  diesen  Namen  beizulegen ­
  und  ihn  also  dem  Heere  vorzustellen.  ..  Intelligo,  desiderium
  ingens  Antonini  nominis  apud  vos  mauere“  sagte  er  in

1  Herodian.,  V,  c.  6.
2  Baudi  deYesme  in  den  Atti  dell’  accad.  delle  scienze  di  Torino  1869,
Vol.  IV,  620.  Corpus  inscr.  lat.  III,  2,  p.  892.
3  Fl.  Vopiscus,  Aurelianus  25,  35,  39.
            
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