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Sacken.
Jahres 221 dargestellt erscheint mit der Umschrift: S AK CT
DEO SOLI ELAGABAL. Das Bild des Gottes bestand aber
nach Herodian’s Beschreibung' in einem grossen, schwarzen,
angeblich vom Himmel gefallenen Steine von konischer Form;
der Pomp des Festzuges überbot alles Ähnliche. Den von Gold
und Edelsteinen strotzenden Wagen, auf welchem der Meteorit
lag, zogen sechs reich geschmückte, makellos weisse Pferde;
der Kaiser schritt voran, aber nach rückwärts, das Gesicht
unverwandt dem Gotte zugekehrt; damit er nicht falle, war
der Weg mit goldigem Sande bestreut. Bei den Opfern flössen
das Blut der' Stierhekatomben und zahllosen Schafe und der
ausgegossene Wein in Strömen. 1
Kach diesem seinen Lieblingsgotte, dessen Dienst er sein
ganzes Leben widmete, benannte sich der Kaiser; auf Münzen
nennt er sich Invictus oder summus sacerdos Dei Solis Elagabali.
Amplissimus Sacerdos kommt auf dem Bruchstücke
eines von ihm mit seinem Adoptivsöhne Severus Alexander im
Jahre 222 ausgestellten Militärdiplomes vor. 2 Kein anderer
Kaiser legte sich diesen Titel bei und der von ihm mit solchem
Eifer eingeführte Cult des Elagabal kam unter seinen
Nachfolgern in Verfall, bis ihn Aurelianus wieder aufnahm. 3
In der ersten Zeile unseres Diplomes nennt sich Elagabalus
Sohn des grossen Antoninus, nämlich des Caracalla. Der
Name Antoninus hatte noch von den glänzenden Zeiten des
ersten Kaisers dieses Namens und von dem siegreichen Marc
Aurel her einen überaus guten Klang, namentlich bei den Soldaten
; auch Caracalla, der sich denselben beigelegt hatte, trug
durch seine Popularität bei den Letzteren zum Ansehen dieses
Namens bei. Man glaubte an ihn den Bestand des Reiches geknüpft
und als Macrinus nach der Ermordung Caracallas mit
seinem Sohne Diadumenus zum Kaiser ausgerufen wurde, sah
er sich genöthigt, seinem Sohne eiligst diesen Namen beizulegen
und ihn also dem Heere vorzustellen. .. Intelligo, desiderium
ingens Antonini nominis apud vos mauere“ sagte er in
1 Herodian., V, c. 6.
2 Baudi deYesme in den Atti dell’ accad. delle scienze di Torino 1869,
Vol. IV, 620. Corpus inscr. lat. III, 2, p. 892.
3 Fl. Vopiscus, Aurelianus 25, 35, 39.