392
Wolf.
Roy’s gegen Wolsey: ,Rede me and be nott wrothe | For I saye
no thinge but trothe.|‘ (wiederabgedruckt von Edw. Arber.
London, 1871) enthielt, 1 aufgefunden wurde. Die Bedeutung
dieser bisher für verschollen gehaltenen Schrift für die Geschichte
der protestantischen Bewegung in England geht schon
aus dem Umstande hervor, dass sie in den von dem Erzbischöfe
von Canterbury erlassenen Verboten ketzerischer
Bücher stets unter den ersten genannt wird 2 und dass der
1 Ausser diesen beiden englischen Werken befand sich in diesem Sammelbande
noch Nicolaus Herborn, Enchiridion locorum communium advqrsus
liujus temporis haereses. Coloniae, 1528. 8°. Dass Roy’s Dialoge
schon im 16. Jahrhundert in der k. k. Hofbibliothek war, beweist der
handschriftliche Catalog von Blotius, der in den letzten Decennien des
16. Jahrhunderts Bibliothekar der Wiener Hofbibliothek war, und diesen
Sammelband unter der Nummer 5187 verzeichnet hat. (Indicum bibliothecae
Caesareae tomus I.) ,Anglicus quidam über functo Enchiridio
locorum communium adversus hujus temporis haereses: auctore Nicolao
Herbron (sic) Ao. 1528 in 8°/
2 Mandatum Wilhelmi arcli. Cantuariensis ad inquirendum de libris Novi
Test, in lingua vulgari editis. Datum in Manerio nostro de Lamehith
3. die mensis Novembris Anno Domini 1526 . . . Nomina librorum hoc
tempore prohibitorum una cum Novo Testamento. The supplicacion of
beggars. The N. T. of Tindall. A Dialogue betwixt tlie father and the
son etc. (Abgedruckt bei Wilkins, Concilia Magnae Britanniae et
Hiberniae. Londini, 1737. Fol. 4 Vol. Vol. III. p. 706, 707.) Auffallend
ist, dass dieser erzbischöfliche Erlass vom November 1526, dessen Echtheit
freilich nicht über allen Zweifel erhaben ist, bereits die Schrift von
Roy verbietet, da Roy’s Vorrede zu diesem von dem Verbote betroffenen
Dialogue vom 31. August 1527 datirt ist. Dieser scheinbare Widerspruch
erklärt sich vielleicht durch die Annahme, dass Roy’s Arbeit schon vor
Beendigung des Druckes in Abschriften nach England gelangt war.
Die Statuta et ordinationes praelatorum in concilio provinciali
Cantuariensi edita ex Ms. Cott. Cleop. F. 11. (Wilkins, 1. c. III. 717 ff.)
von 1529 führen an: De liaereticis et haereticorum libris. An fünfter
Stelle wird genannt: ,Item alius Liber qui Dialogus inter patrem et
filium vocatur. Item alius infamis über, qui De sepultura Missae rliythmico
sermone vernaculo compositus est.‘ Das Liber de sepultura Missae
ist die oben bereits erwähnte, von Arber wiederabgedruckte Satyre Roy’s
gegen Wolsey, die auch unter dem Namen ,The burying of the Masse in
Rhyme‘ bekannt ist. In der Proclamation against erroneous books des
Erzbischofs von Canterbury vom Jahre 1530 wird ebenfalls unter den
häretischen Werken angeführt: ,A Disputacion between the father and
the son (Wilkins, 1. c. ITT. 737 — 739); in dem von dem Bischöfe von
London 1531 veröffentlichten Memorandum gegen ketzerische Bücher