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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 76. Band, (Jahrgang 1874)

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Hartei.  Homerische  Studien.

beiden  Kürzen  Interpunctionspausen  verträgt,  beruht  auf  jener
Laxheit  des  Sprechens,  der  gemäss  jene  Theile  bald  in  raschem
Flusse  zusammenwachsen,  bald  sich  wieder  vernehmbar  abgesetzt ­
  trennen,  eine  Spielweite,  die  der  zweiten  Hälfte  des  Hexameters, ­
  vor  allem  dem  fünften  Fusse  fremd  ist.  Es  ist  in  diesem
dieselbe  Eigentümlichkeit  des  Rhythmus,  welche  so  überaus
häutig  Vernachlässigung  der  Positionswirkung  leichter  Consonantengruppen
  bewirkt  (278  mal),  in  Fällen  wie  'Trrsposv-a  -poajüoa,
und  so  selten  Verkürzung  festeren  vocalischen  Auslautes  vor
vocalischem  Anlaut  gestattet  ,  nämlich  die  kleine  Pause  nach
der  ersten  Thesis  dieses  Fusses,  wo  fast  ebenso  häufig  als  nach
der  ersten  Thesis  des  dritten  Fusses,  d.  i.  in  jedem  zweiten
Vers,  ein  Einschnitt  bemerkt  wird  (Horn.  Stud.  I 2  83),  und
das  Streben  hier  den  Tact  des  Verses  durch  das  sprachliche
Material  zum  reinsten  Ausdruck  zu  bringen,  indem  man  entschiedene ­
  Kürzen  verwendet  und  dieselben  vor  Consonantengruppen
  durch  Hiuüberziehen  dieser  zur  nächsten  Silbe  intact
erhält.  Wenn  dennoch  die  leichteren  Ausgänge  ot  at  st  ou  an
dieser  empfindlichsten  Stelle  des  Verses  so  häufig  (102  mal)
Aufnahme  finden  und  Kürzung  erleiden,  kann  man  nicht  umhin,
nach  einer  diesen  Process  erleichternden  Eigenthümlichkeit  in
ihnen  selbst  zu  suchen.  Dazu  berechtigen  die  Ziffern  der  (S.  331,
345)  mitgefheilten  Tabelle,  die  unverhältnissmässige  Häufigkeit
ihrer  Verkürzungen  neben  der  Seltenheit  der  anderen.  Ich  zweifle
nicht,  dass  das  die  Kürzung  Unterstützende  der  zweite  Bestandtlieil
  dieser  Diphthonge,  das  i  und  u  war,  welche  im  Flusse
der  Rede  sich  unwillkürlich  jenen  labialen  und  palatalen  Reibungsgeräuschen ­
  näherten  oder  in  sie  umsetzten,  welche  die
homerischen  Gedichte  uns  noch  in  grossem  Umfang  als  leben-^
dige  und  dem  Munde  der  Sänger  geläufige  Töne  zeigen.  Den
Beweis  dafür  wird  die  weitere  Untersuchung  zu  geben  trachten.
            
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