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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 76. Band, (Jahrgang 1874)

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Har  tel.

gebung  abgehoben  wird,  die  ursprüngliche  Länge  des  Auslautes
gewahrt  bleibt.  Man  ersieht  es  ferner  daraus,  dass  in  Versen,
deren  Rhythmus  die  rasche  Verbindung  zweier  die  aufgelöste
Arsis  bildender  Silben  fordert,  dieselbe  Verkürzung  des  vocalischen
  Auslautes  eintritt,  wie  in  der  Thesis  des  Hexameters,
z.  B.  Pindar  Ol.  3,  14  —  üu  Torpäu  ä-c.  Andere  Beispiele  hat
J.  H.  Heinrich  Schmidt,  G.  M.  S.  129,  gesammelt,  um  daraus
den  Schluss  zu  ziehen,  dass  der  Ictus  keinerlei  Einfluss  auf
Erhaltung  der  Länge  übe.  ,Nach  allem  was  früher  und  so  noch
in  neuester  Zeit  über  die  'Kraft  des  Ictus’  philosophirt  worden
ist,  sollte  man  denken,  dass  dieser  durchaus  die  Länge  vor  der
Verkürzung  bewahren  müsste.  Doch  diess  ist  nicht  im  geringsten ­
  der  FalP.  Wir  entnehmen  aus  diesen,  übrigens  noch
sehr  einer  näheren  Untersuchung  bedürftigen  Stellen,  dass  in
manchen,  nicht  sehr  zahlreichen  Fällen  die  Kraft  des  Ictus
einem  stärkeren  Zwange  gegenüber,  der  das  absatzlose  Zusammensprechen ­
  zweier  Silben  erheischt,  nichts  vermochte,
und  halten,  gestützt  auf  die  überwältigende  Zahl  von  Fällen
und  ihre  nun  wohl  deutlicher  gewordene  Beschaffenheit,  den
Glauben  für  unanfechtbar,  dass  im  Hexameter  die  Kraft  des
Ictus  es  ist,  welche  die  Länge  erhält,  weil  dieser  Ictus  das
zu  ihrer  Entfaltung  erforderliche  Absetzen  der  Stimme  verlangt ­
  und  erleichtert,  das  in  der  Senkung  des  Verses  nicht
überall  und  überhaupt  nur  ausnahmsweise  gestattet  ist.
Wir  haben  früher  166  Fälle  verzeichnet,  wo  der  lange
Vocal  seine  Quantität  in  der  Senkung  behauptet.  Wenn  man
dieselbe  roh  nach  den  einzelnen  Thesen  ordnet,  erscheinen
schon  die  erste  und  die  vierte  als  besondere  Sitze  dieser  Erscheinung; ­
  denn  auf  die  des  ersten  Fusses  entfallen  64,  auf
die  des  zweiten  24,  auf  die  des  dritten  35,  auf  die  des  vierten
43  Fälle.  Das  springt  vollends  in  die  Augen,  wenn  wir  die
bereits  in  dieser  ihrer  Eigenthümlichkeit  erkannten  Partikeln
! f\  und  vj  aussondern.  Dann  fallen  auf  die  erste  Thesis  62,  auf
die  zweite  19,  auf  die  dritte  9,  auf  die  vierte  32  Fälle.  Nach
der  ersten  und  vierten  Thesis  also  liebt  der  Vers  ein  Absetzen
der  Stimme,  wie  bekannt,  und  diess  lässt  die  ursprüngliche
Quantität  in  ihre  Rechte  treten.  Dabei  darf  nicht  auffallen,
dass  diess  nur  halb  so  oft  in  der  vierten  als  in  der  ersten  der
Fall  ist,  denn  dort  ist  der  Daktylus  gesucht  und  bevorzugt.
            
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