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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 76. Band, (Jahrgang 1874)

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Hartul.

vorübergehend  erhalten,  bestimmt  die  Menge  der  Fälle,  wo  die
Länge  des  Auslautes  sich  vor  vocalischem  Anlaut  behauptet.
Die  Kraft  der  Arsis  vermag  jeden  vocalisch  langen  Auslaut,
ob  dieser  der  Auslaut  eines  Nomens,  Verbums  oder  einer  Partikel ­
  ist,  in  seiner  Quantität  zu  erhalten,  indem  sie  das
Zusammensprechen  mit  dem  nächsten  Vocal  —  die  Bedingung
der  in  der  Thesis  stattfindenden  Verkürzung  —  hemmt.
Das  Wesen  der  Arsis  ist  Tonverstärkung,  bewirkt  durch
Verstärkung  des  Ausathmungsdruekes.  Der  verstärkte  Ton
wirkt  durch  die  für  -das  Aussprechen  einer  Länge  erforderliche
Zeit.  Folgt  ein  Consonant  auf  diese  vocalische  Länge,  so  begränzt
  dieser  die  aufgewandte  Kraft,  indem  das  Maximum  des
Ausathmungsdruekes  während  der  zu  seiner  Articulation  erforderlichen ­
  Bildung  der  Enge  oder  des  Verschlusses  eintritt.
Folgt  kein  Consonant,  so  liegt  der  Höhepunkt  der  Arsis  im
Verlaufe  des  langen  Vocales,  der  gegen  den  folgenden  vocalischen
  Anlaut  durch  Verschlussbildung  abgegränzt  wird,  indem
,wir  vor  jedem  anlautenden  Vocale  den  Kehlkopf  verschliessen,
so  dass  unter  der  grösseren  Spannung  der  Ausathmungsluft,
welche  hiedurch  bedingt  wird,  die  Stimmbänder  prompt  anlauten'
  (Brücke,  Physiol.  Grundl.  der  nhd.  Verskunst  S.  54).
Das  ist  Hiatus  in  bester  Form;  aber  kein  Hiatus,  den  das
griechische  Ohr  der  epischen  Sänger  bei  dem  langsamen,  abgemessenen ­
  Gang  des  griechischen  Hexameters  irgend  unangenehm ­
  empfand.  Jedem  Diphthong  und  jedem  Vocal  selbst,
der  auf  dem  Wege  der  Verwitterung  seiner  Quantität  noch
nicht  zum  Normalmass  der  Kürze  herabgesunken,  ist  der  Zutritt ­
  zu  solchen  Hebungen  gestattet.  Die  schwächsten  Längen,
z.  B.  dativisches  i  und  die  leichtesten  Diphthonge,  wie  oi  ai,
fallen,  durch  die  hinzutretende  Tonverstärkung  der  Arsis  unterstützt, ­
  vollgewichtig  ins  Ohr.  Zumeist  aber  sind  es  die
schwersten  Diphthonge,  wie  w  und  t),  die  kräftigsten  Vocale,  wie
o)  und  v),  welche,  nicht  gedrückt  durch  das  Gewicht  nachfolgender ­
  Consonanten,  hier  zur  vollsten  Entfaltung  ihres  Tongehaltes ­
  gelangen.
Die  Arsis  verweigert  also  keinem  der  langen  Vocale  und
Diphthonge  ihren  Schutz,  allein  sie  nimmt  nicht  alle  Träger
derselben,  alle  Wörter  gleich  gerne  auf.  Natürlich.  Der  Satzaccent ­
  ist  Tonverstärkung  wie  der  Versictus.  Die  Besitzer  des
            
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