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Horawitz.
10364) mitgetheilt wurden. Diess ergab aber mehrfache Varianten;
bei nr. V und VI meiner Sammlung konnte ausserdem noch
die bei Chmel a. a. 0. fehlende Datirung beigebracht werden.
An sie schliesse ich drei in Codex 9737 i. k. befiudliche unedirte
Briefe des Joachimus I. Camerarius an. Wenn die
letztere Mittheilung auch gegen die herrlichen Schätze der
Camerariussammlung in München gehalten 1 unbedeutend erscheinen
mag, so richten sich diese Briefe des geistesverwandten
Strebegenossen —- die ich aus von Niedbrucks Correspondenz
heraushob — wohl am besten an die des grossen Freundes
an. Ihnen folgt^ein für die Charakteristik Niedbrucks wichtiges
Schreiben desselben an Flacius Illyricus. Bevor ich den Text
der Briefe — mit möglichster Schonung der Orthographie —
mittheile, soll vor Allem über die Person des Adressaten Einiges
beigebracht werden, das allerdings bei der Veröffentlichung der
Correspondenz von Niedbrucks noch manche Erweiterung und
Vervollständigung erfahren dürfte.
Kaspar von Niedbruck, wie es scheint inMetz geboren, 2
gehörte einer angesehenen lothringischen Familie an. 3 Schon
um das Jahr 1429 wird ein Grosse Hannes de Nidebrucken
erwähnt, welcher der Stadt Metz abgesagt und mit ihr in Fehde
gerieth. Durch die zwei Söhne eines N. von Nidbrueh, über
den ich weiter nichts weiss, theilt sich das Geschlecht in zwei
Linien; die eine mit dem Doctor der Medicin Johann Bruno
beginnend, ward 1541 in den Adelstand des römisch-deutschen
Reichs erhoben, die andere begründete Hans Marschall von N.,
aus dessen Ehe mit Marie de Sulon Kaspar und Nicolaus
(lebte noch um 1563, nicht mehr um 1574) entstammten. 4
1 Ihre Kenntniss hat uns Karl Halms nie rastende Thätigkeit in jüngster
Zeit erschlossen. Vgl. Halm, Ueber die handschriftliche Sammlung der
Camerarii und ihre Schicksale. München, akademische ßuchdruckerei
1873, und Verzeichniss der handschriftlichen Sammlung der Camerarii in
der Staatsbibliothek zu München, verfasst von K. Halm. München 1874.
2 Diess lässt sich aus der Aufschrift eines bisher noch unedirten Briefes
Martin Bucers an Nidbruck schliessen, der ihn um 1546 ,Mettensis‘
nennt. Vgl. auch den Brief des Kasp. Bruseh an Niedbruck in Horawitz
Kasp. Bruschius 1874. S. 225.
3 Darauf deutet schon der Name hin; ,Tu nobilitatem clarissimis parentibus
adeptus 4 schreibt Gessner in der Dedieation.
4 Cf. J. Siebmacher, Wappenbuch. Nürnberg 1870. p. 51. Dort auch
t. 33. das Wappen der Niedbrucks.