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Bockinger.
194. So eyner deine anderen sein pkert lig'get.
Liget [eyner deine anderen] ein pkert an eyne 1 stat, vnd
kenent yme die stat, vnd liget es yme vink sust, vnd geschut
yme an die stat ickt, ke kosset yme dor vmme nickt, ak lie
es ridet reckte reisse vnd vor die stat die ke yme nante.
Geschut yme dor obbir icht, ke moiss es yme gelden.
Nymmet es aber die gemeyne todt ken, he en gilt nickt.
Wirt es vorstollen, he moisz es gelden.
196. Von tuben vnd pagen.
Hat ein pilian tuben edder pogen die heimelich edder
gewont sein, vnd sze Hegen von dannen vnd her wedder, die
wile sze das tkun seint sze sein, vnd wo sze ken Hegen vnd
nicht her wedder in vehir tagen, wer sze dor nach fehet, des
seint sze. wo he sze aber in den tagen fehet, szo ist es dipkeit.
vnd kompt es vor den rickter, he sal sze wedder geben.
204. So ein frauwe swanger gket nach ores mannes tode.
Tregt ein frauwe ein kint, vnd or mhan sterbet, das wip
salme nickt wissen vs ores mannes gude, sze sie dan genesszen
des kindes.
V.
Aus diesen Proben ergibt sieh mehrfach, dass der Text
des ,Landrichters' von Witzenkausen ap Verstössen leidet,
welche zum Tk.eile ihren Grund ganz ersichtlich darin finden,
dass der Schreiber desselben dieses und jenes in seiner Vorlage
nicht lesen konnte oder nicht verstand.
Welches diese Vorlage gewesen, ist zur Zeit unbekannt.
Möglich aber bleibt es immerhin, dass sie gleichfalls einem
früheren Stadtbucke, und zwar wohl von Witzenkausen selbst,
einverleibt gewesen. Von einem solchen ist auch sogar ausdrücklich
im ,Landrichter' selbst die Rede. Ganz am Ende, auf
dem Schlussblatte desselben, ist nämlich von junger Hand bemerkt,
dass ihm noch ein Stadtbuch voranging, welches nach
dem grossen Brande bis zu dem jetzt in Rede stehenden .geschrieben
und gefükret worden' ist.
1 In der Handschrift steht: syne.