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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 76. Band, (Jahrgang 1874)

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R  o  c  lc  i  n  g  ©  r.

Auch  in  den  einzelnen  Artikeln  selbst  treten  hier  und
dort,  ganz  abgesehen  von  der  Gesammtfassung  ihres  Textes, ­
  Ausdrücke  besonderer  Art  entgegen,  welche  den
regelmässigen  Gestalten  unseres  Rechtsbuches  fremd  sind.  Ich
erinnere  hier  beispielsweise  nur  gegenüber  L  164  aus  Artikel  155
an  vermotscharen,  oder  gegenüber  L  192  S.  89  Sp.  2  Zeile  19
und  der  Schlusszeile  40  anstatt  Schub  an  Wermann.
Aus  L  164:  Aus  Art.  155:
si  sin  danne  mit  gedinge  zesamene
  kvmen:  daz  gedinge
sol  stete  sin,  es  si  danne  u.  s.w.
Aus  L  192:
ez  gat  im  an  die  hant,  er
habe  ir  danne  sinen  schvp.
ez  gat  im  an  die  hant,  er
muge  ir  danne  schvp  han.
1  Im  kleinen  Kaiserrechte  ist  dieser  Ausdruck  nicht  ungewöhnlich.  So  beispielsweise ­
  bei  Lehen  in  III  11.  12.  24.  Ich  theile  die  betreffenden
Stellen  hier  aus  der  ältesten  Handschrift  von  1349  auf  der  akademischen
Pauliner-Bibliothek  zu  Münster  mit:
Art.  181.  Van  leen  gude  to  deilen.  War  eruen  sint  dey  leen  hebbent
  mit  eyn  ander,  wil  id  dey  eyne  deylen  vnd  mutscharen,  vnd  dey
ander  nicht,  so  sal  dey  id  gerne  mutscharte  dey  sal  id  erwynnen  mit
des  keisers  gebode,  dat  is  inwendich  veirteyndage,  dat  hey  mutscharen
moit.  deit  hey  is  nicht,  dey  keiser  sal  eme  den  nuit  antworden  bit  an
dey  tyt  dat  hey  vil  gerne  mutscharet,  verseget  u.  s.  w.
Art.  182.  Van  leen  guet  to  verwarene.  Eyn  itlicli  man  dey  sal  weten
dey  gemeyne  leen  heuet  mit  anderen  luden  eder  mit  synen  gebornen
maghen:  mutschart  hey  sey  mit  des  keisers  gebode,  wo  danne  id  u.  s.  w.
Art.  194.  Van  len  gude  to  geuene.  Eyn  itlicli  man  sal  weten,  dat
hey  syn  gemutgescharte  leen  mach  geuen  mit  rechte  syme  ganeruen  aen
des  keisers  hant.  seit  in  des  rykes  u.  s.  w.
2  Vgl.  oben  S.  270  die  Note  1  zu  dem  dort  berührten  Verbriefungsprotokolle.

Der  Schluss  eines  Eintrages  daselbst  vom  18.  Mai  1575  lautet:  Zu
vrkundt  ist  dise  Vorgleichung  vff  beyderseits  begeren  in  das  stadt  wehr
buch  intitulirt  worden.
Am  Schlüsse  eines  Verkaufseintrages  vom  11.  December  1599  heisst
es:  will  jhn  derowegen  hiemit  nach  diszcn  ibligem  stadt  brauch  gewehret
haben,  vnd  sein  bekenniger  herr  vndt  wehrsman  drüber  sein.

sze  sein  dan  mit  vorredin
vormotschartt 1  vnd  zu  hausse
gekomen:  die  vormotschar  sal
stede  sin,  es  en  sy  dan  u.  s.  w.
Aus  Art.  173:
es  ghet  yrne  an  die  hant,  he
hole  dan  sinen  wermhan. 2
es  ghet  yme  an  die  hant,  he
habe  dan  sinen  wermhan.

ft
            
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