Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 76. Band, (Jahrgang 1874)

Ueber  die  Gesammtausgabe  der  griechischen  Grabreliefs

21

nisse  zu  überwinden.  Was  Dank  diesen  Bemühungen  in  den
von  den  Gebrüdern  Abdullah  vortrefflich  ausgeführten  Aufnahmen ­
  der  47  Grabreliefs  der  Irenenkirche  in  unsere  Hände
gekommen  ist,  zeichnet  sich  zwar  der  Mehrzahl  nach  nicht
durch  hohen  Kunstwerth  aus,  ist  aber  von  eigentümlicher
Wichtigheit,  indem  es  die  vorzugsweise  thrakische  Provinzialweise ­
  aus  später  Zeit  repräsentirt.  Ganz  vereinzelt  bedeutend
steht  aber  eines  der  ausgezeichnetsten  Grabreliefs,  die  wir
überhaupt  kennen,  unter  den  übrigen  da.  Es  ist  aus  Thessalonike
  gekommen,  der  eigentliche  Fundort  scheint  leider  nicht
feststellbar  zu  sein.  Auf  der  Stele  erscheint  in  wohlerhaltenem
Flachrelief  die  ganze  Figur  eines  jungen  Kriegers,  mit  Pilos,
Chlamys,  Schwert,  Schild  und  Speer  leicht  bewegt  dastehend.
Das  stilistische  Interesse  dieses  Werkes  ist  zu  gross,  als  dass
wir  die  gebotene  Gelegenheit  zur  Anfertigung  einer  Form
hätten  unbenutzt  lassen  können.  Die  Formerei  der  k.  k.  Akademie ­
  der  bildenden  Künste  hat  die  Kosten  getragen  und  es
sind  bereits  verschiedene  Museen  mit  Ausgüssen  versehen
worden.  Die  einzige  bisher  vorhandene,  nicht  einmal  sehr  genügende ­
  Abbildung  dieses  Grabreliefs  findet  sich  in  einem
wenig  zugänglichen  Buche,  dem  Catalogue  explicatif,  historique
  et  scientifique  d’un  certain  noinbre  d’objets  contenus  dans
le  musee  imperial  de  Constantinople  (Constantinople  1871)
n.  125.  Im  Texte  von  E.  Goold  S.  46  ff.  wird  es  für  ein
Bild  des  Askanios,  des  Sohnes  des  Aeneas,  und  für  eine  Arbeit ­
  aus  Augusteischer  Zeit  erklärt,  noch  weiter  gehäufter
gröblicher  Irrthümer  ganz  zu  geschweigen.
Ueber  den  Beistand,  welchen  Michaelis  unserem  Unternehmen ­
  auf  einer  Bereisung  Hollands  und  Englands  geleistet ­
  hat,  berichtet  er  selbst,  wie  folgt.
„Von  den  in  England  befindlichen  griechischen  Grabreliefs
hatte  ich  im  Jahre  1861  diejenigen,  welche  damals  im  britischen ­
  Museum  vorhanden  waren,  genau  beschrieben  und  vermessen, ­
  diesen  aber  nur  sehr  wenige  aus  anderen  Sammlungen
hinzufügen  können.  Diesmal  betrachtete  ich  es  als  meine  Aufgabe, ­
  theils  die  früheren  Aufzeichnungen  zu  revidiren  und
durch  den  neuen  Zuwachs  jenes  Museums  zu  ergänzen,  theils
die  übrigen  englischen  Sammlungen  so  weit  wie  möglich
auf  Grabreliefs  hin  zu  untersuchen.  Dies  ist  keine  leichte
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.