Ueber dio provenzalisclion Liederhandsohrifteti des G. AT. Barbieri.
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zndenken, wie er durch den tollen Vorsatz, seine Geliebte
auf die Probe zu stellen, sieb grosser Freude beraubt und
geht nach Javiac, indem er, wol um seinen Zweck zu verbergen,
das Gerücht verbreiten lässt, er sei auf einer Pilgerfahrt
begriffen. Die Frau nun besucht ihn, kniet nieder, wird
aber wieder schmählich abgewiesen. Dies ist nun psychologisch
ganz richtig. Die erzürnte Frau vermag nicht, als sie den
Geliebten in ihrer Nähe weiss, dem Drange zu widerstehen,
noch einen Versuch zu machen; der trotzige Mann, welcher
selbst eine Versöhnung herbeiwünscht, lässt sich, im Augenblicke
als er die Flehende zu seinen Füssen sieht, von seinem
Uebermuthe berücken und stösst sie fort; der Rückschlag der
Gefühle folgt aber auch unmittelbar: la domna sen anet... ab
cor que mais nol vis nil parles . . et el romas iratz car avia
fach tal folor. Die Rollen sind nunmehr gewechselt. — Bei Barbieri
ist der Verlauf der Geschichte dadurch einfacher, wenn
auch vielleicht etwas matter, dass die Sätze über den ersten
Aerger der Frau und die erste Reue Guillem’s fehlen. Die
Frau schickt früher Briefe, dann einen Boten, dann besucht
sie den wiedergekehrten Guillem; als alle drei Versuche fehlschlagen,
wendet sie sich von ihm gänzlich ab. Guillem aber
bereut die ihr zugefügte Unbill und begibt sich zu ihr, um
Verzeihung zu erflehen. Von hier an gehen wieder beide Erzählungen
zusammen. Die Biographie ist in H R enthalten.
Ob Raynouard bloss R folgte, ob die Abweichung bei Barbieri
sich auch in II findet, kann ich nicht angeben; sehr
wahrscheinlich ist es, dass Barbieri, der gerne abkürzt, es auch
hier gethan hat, in diesem speciellen Falle zugleich mit
der Absicht, die Erzählung weniger künstlich zu gestalten.
Er führt seiner Gewohnheit nach die ganze erste Strophe des
Liedes, mit welchem Guillem um Verzeihung bittet, au:
Lo vers mou merseian ves vos,
Dona, no per tal qu’ieu entenda
Que de mi merse vos prenda,
Taut es lo forfaitz cabalos,
1 Im X. Capitel'noch die kurze Notiz: 6. de B. gentil uomu nella contrada
di Mompellier, uomo costumato e buon trovatore.