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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 76. Band, (Jahrgang 1874)

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Conze.

erhalten.  Von  bester  Erhaltung,  bis  auf  die  nicht  wie  am
Grabbilde  des  Aristokles  gebliebene  Bemalung,  ist  das  Gesiebt.
Dessen  besonders  alterthümliche  Bildung  in  den  Augen,  im
Ohrlappen,  im  Munde,-  dazu  die  alterthümliche  Haartracht,
verbindet  sich  mit  einer  merkwürdigen  Natürlichkeit  und  Lebendigkeit ­
  des  Umrisses  und  der  Modellirung.  Noch  zwei  andere ­
  Fragmente,  das  eine  das  Mittelstück,  das  andere  die
Beine  einer  männlichen  Figur  in  Relief  noch  zeigend,  gehören
unter  die  Incunabeln  der  attischen  Plastik  (App.  Barbak.  3.  4).
Ein  Reliefbild  auf  der  Grabvase  zweier  Frauen  Mv/jcayopa  und
«batosarpaTYj  (App.  Barbak.  14.  Kumanudis  40)  erinnert  sehr  an
die  Gruppe  der  Phaidra  zwischen  ihren  Frauen,  wie  sie  römische ­
  Sarkophage  offenbar  als  Ueberlieferung  einer  berühmten
Composition  uns  erhalten  haben.  Aus  bester  Zeit,  etwas  nach
400  v.  Chr.,  und  bis  auf  die  verschwundene  Bemalung  von
ausserordentlicher  Frische  der  Erhaltung  ist  das  Relief  am
Grabsteine  des  Ir^.o'/'kdor^  •  AY)p.vjTp(ou,  der  auf  einem  Schiffe,
Hehn  und  Schild  abgelegt  neben  sich,  traurig  dasitzt.  Im  modellirten
  Relief  sind  nur  die  Figur  und  die  Waffen  ausgeführt,
von  allem  Uebrigen  ist  nur  der  Umriss  markirt,  innerhalb
dessen  die  glatte  Fläche  durch  Malerei  ausgefüllt  gewesen  sein
muss;  es  ist  ein  sehr  deutliches  Beispiel  der  völligen  Ungetrenntheit ­
  malerischer  und  plastischer  Darstellung.  Als  eine  seltenere
Darstellung  ist  das  Relief,  welches  die  Niederlegung  der  Leiche
auf  eine  Kline  zur  Prothesis  zeigt,  zu  erwähnen  (App.  Barbak. ­
  92.  Dumont  Revue  archeol.  N.  S.  XXIV,  1872,  S.  339.
R.  Schöne  griechische  Reliefs  n.  120).
Während  in  Athen  mit  bereitwilligster  Förderung  unseres
Unternehmens  alle  Sammlungen  zur  freiesten  Benutzung  gestellt
wurden,  stiess  unser  Wunsch,  die  Grabreliefs  im  Museum
der  Irenenkirche  photographiren  zu  lassen,  in  Konstantinopel
  auf  einige  Schwierigkeiten,  dergleichen  bisher  noch  ein
Jeder,  der  diese  deshalb  auch  noch  sehr  wenig  ihrer  Bestimmung ­
  gemäss  wissenschaftlich  verwerthete  Sammlung  zu  benutzen ­
  wünschte,  zu  erfahren  hatte  (Dumont  Revue  archeol.
N.  S.  XVIII,  1868,  S.  237  ff.).  Es  gelang  indessen  den  Bemühungen ­
  des  Herrn  von  Kosjek,  Legationsrathes  bei  der
k.  und  k.  Botschaft  in  Konstantinopel,  in  Uebereinstimmung
mit  dem  Director  des  Museums,  Herrn  Dethier,  die  Hinder-
            
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