Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 76. Band, (Jahrgang 1874)

18

Conze.

griech.  Vasenbilder  zu  Taf.  XII,  Fig.  10).  Ziemlich  reichhaltig
ist  das  neue  Museum  an  solchen  Grabsteinen,  auf  denen  der
neben  einander  bestehende  Gebrauch  der  Bemalung  und  der
Ausführung  von  Reliefdarstellungen,  und  unter  denen  mannigfache ­
  Beispiele  der  verschiedenen  Uebergangsformen  von
reiner  Malerei  bis  zum  Hochrelief  recht  augenfällig  sind.
Besonders  häufig  sind  die  nur  bemalten  oder,  wie  man  trotz
ganz  verschwundener  Farbenspuren  deutlich  sieht,  bemalt  gewesenen ­
  Akroterien  der  Grabstelen.  Der  sonstige  aufgemalte
Zierrath,  bis  zu  figürlichen  Darstellungen,  ist  vielfach  auch
nach  dem  völligen  Verschwinden  der  Farben  aus  der  jetzt
leer  gewordenen  Stelle  noch  sicher  zu  erkennen  (so  App.  Neues
Mus.  Athen  18.  *  97.  *110.  *123.  *124),  mehrfach  sind  aber
auch  Farbenspuren  noch  vorhanden  (App.  Neues  Mus.  Athen  *94.
*  103.  *  145.  *  147.  *  151);  das  älteste  dieser  Beispiele  ist  *  147,
der  Grabstein  eines  Antiphanes  (Av-t<pavsu<;).  Besondei’s  deutlich
ist  auf  einem  Steine  (App.  Neues  Mus.  Athen  *146)  noch
die  Malerei  sichtbar,  ein  schwärzlich  skizzirter  Reiter  auf  lebhaft ­
  rothem  Grunde.  Diesen  nur  bemalten  Grabsteinen  stehen
zunächst  die,  auf  welchen  die  figürlichen  Darstellungen  nur
mit  vertieften  Linien  aufgezeichnet  sind,  wozu  ursprünglich
wahrscheinlich  Farbe  hinzugegeben  wurde  (App.  Neues  Mus.
Athen  *77.  *  78.  *148);  darauf  folgen  diejenigen  Steine,  auf
welchen  um  solche  in  Umrissen  auf  die  Fläche  eingezeichneten
Figuren  eine  Schicht  des  Grundes  bis  zu  einer  viereckigen,
das  ganze  Bild  umfassenden  Linie  herausgenommen  ist
(App.  Neues  Mus.  Athen  16.  *42.  *60.  *66).  Die  so  noch
flach  bleibenden  Figuren  wurden  dann  aber  auch  in  verschiedenen ­
  Graden  rundlich  erhoben  modellirt,  wovon  ein  leiser
Anfang  auf  einem  Steine  des  neuen  Museums  (App.  *65)  sich
zeigt.  Darüber  hinaus  gehen  die  eigentlichen  Hochreliefs.  Zu
solchen  mit  dem  technischen  Verfahren  die  stilistischen  Eigenthümlichkeiten
  erklärenden  Beobachtungen,  wie  sie  R.  Schöne
(griechische  Reliefs  S.  21)  noch  kürzlich  anstellte,  werden  die
Grabreliefs  ein  überreiches  Material  bieten.  Auch  halbfertig
gebliebene  Grabsteine  sind  hierfür  lehrreich.  Einen  solchen,
noch  dazu  einen  lapidaren  Palimpsest,  da  er  aus  einem
älteren  Inschriftsteine,  dessen  Zeilen  noch  theilweise  sichtbar ­
  sind,  gemacht  wurde,  finden  wir  gleich  unter  den
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.