Ueber die provenzalischen Liederhandschriften des G. M. Barhieri.
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,novelle‘ von Troubadouren erzählt, deren Lieder durch Liebesabenteuer
veranlasst wurden. Es sind theils wörtliche Uebersetzungen
der Biographien, theils Auszüge aus denselben. Die zur
Sprache kommenden Dichter sind: Arnaldo Daniello, 1 ßambaldo
di Vaqueiras (o. A.), Pietro Yidale (o. A.), Arnaldo de Marveill
(o. A.), Gauselm Faidit (o. A.), Folchetto di Marsiglia, Guglielmo
di Saint-Leidier o Saint-Didier, Guglielmo da Capestaing,
ßamondo di Miraval, Pons de Capdueill, Guglielmo di Balaon,
Jaufre Budel di Blaia. Ueberall werden einzelne Strophen
oder Verse aus den Liedern der betreffenden Dichter angeführt.
Im VI. Capitel ,dell’ avanzamento delle rime per gli amori
de i nostri poeti d’ Italia* ist die Bede von Selvaggia, die gewöhnlich
(wegen Petrarca, Trionfi d’Amore IV 31) als Geliebte
Cino’s da Pistoja bezeichnet wird. Barhieri wagt nicht zu
widersprechen, erlaubt sich jedoch einen Zweifel auszusprechen,
da er eine berühmte Selvaggia auch bei den Troubadouren findet.
Er führt zwei Stellen aus Amerigo di Belenuei und je eine von
Ugo di Sansir und Lanfranco Cicala an.
Im VII. Capitel ,per opera e favore di quali uomini
gründi montassero le rime in pregio* werden die Estenser gerühmt
und die bekannte Selbstbiographie von Maistre Ferari
mitgetheilt.
Im VIII. Capitel ,de i volgari che si hauno da avere in
considerazione nel presente trattato per conto delle rime* werden
die provenzalischen Verse Dante’s (Purg. XXVI ff.; Anfang und
Schluss der dreisprachigen Canzone) angeführt, dann der Vers,
welcher in Petrarca’s 2 Lied Lasso me u. s. w. Aufnahme fand.
Im IX. Capitel ,de gli scrittori o rimatori franceschi* wird
,Derros* der ‘Verfasser des Roman de Renart angeführt; del
quäl libro non averei io qui fatta menzione, se in leggendo gli
scrittori provenzali non vi avessi trovati cotali nomi e novelle,
chenti pone e racconta il prenominato autore, come in un serventese
di Peire Cardenal: Las amairitz u. s. w.
1 In dieser Inhaltsübersicht gebe ich die von Barhieri an den betreffenden
Stellen gebotenen Formen; in der Beschreibung des Inhaltes der IIss.
gebrauche ich dagegen für die Namen der Dichter die von Bartsch angewandten
Wortformen. Auch folge ich diesem Gelehrten bei der Wahl
der Siglen zier Bezeichnung der einzelnen IIss.
2 Wenn Bartsch im Jahrb. XI 33 das Lied als Dante gehörig bezeichnet, so
ist dies ein Lapsus calami, welchen er selbst Jahrb. XIII 38 berichtigt.