Ueber die Gesammtausgabe der griechischen Grabreliefs.
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Nicht unbedeutend ist ferner trotz minder begünstigter
Lage, aber bei um so höher gesteigertem Interesse am griechischen
Alterthume der Besitz an griechischen Grabreliefs in
den k. Museen zu Berlin, während andere deutsche Sammlungen
und so auch das kaiserliche Cahinet in Wien nur vereinzelte
Exemplare aufzuweisen haben.
Unter den drei nordischen Hauptstädten ist allein Petersburg
durch seine Bezugsquellen aus den südlichen Provinzen
am schwarzen Meere zum Erwerbe einer grösseren
Sammlung von Grabreliefs in der kais. Eremitage gelangt.
Vieles ist aber in Kertsch zurückgeblieben, Anderes soll sich
in Odessa befinden. Diese Plätze selbst reihen sich bereits
wieder den ottomanischen Grenzländern an, in welchen z. B.
auch Bukarest nach Benndorf’s Mittheilungen Einiges bietet.
Nach einzelnen als Vorläufern hinübergewanderten Grabreliefs
wird vielleicht auch jetzt bereits in amerikanischen
Sammlungen Nachfrage zu halten sein.
Wenn nun gleich von diesem ganzen Vorrathe griechischer
Grabreliefs, dessen Vertheilung hiermit in den Hauptzügen
angegeben ist, sehr Vieles bereits publicirt, ja wiederholt
abgebildet und besprochen ist, so kann es doch nirgends
von vornherein für überflüssig erklärt werden, auf die Originale
selbst zurückzugehen. Selbst die bestbeglaubigten Publicationen
werden an ihnen noch einmal geprüft werden müssen.
Um eine erste Grundlage hierfür zu gewinnen, wurde die
Hülfe der Photographie in Anspruch genommen.
Im Sommer 1873 bot eine im Aufträge des Ministeriums
für Cultus und Unterricht gemeinsam mit Alois Hauser und
George Niemann von mir unternommene Reise nach Samothrake,
auf der namentlich Konstantinopel und Athen berührt
wurden, und im Herbste desselben Jahres eine Studienreise,
welche Michaelis nach England machte, die günstige Gelegenheit
zur Einleitung der nothwendigen Arbeiten an so wichtigen
Orten.
Die Verabredungen in Athen haben zu den überraschend
schnellsten Resultaten geführt, da der nicht nur als Numismatiker
durch Thätigkeit und höchste Akribie ausgezeichnete
Alterthumsforscher Achilleus Postolakkas sich bereit finden
liess, die Leitung der Arbeiten in Athen und Umgegend