10
C o n z e.
Materials in wenigstens annähernder Vollständigkeit erreicht
werden.
Am Schwierigsten wird es sein, derjenigen Grabreliefs
in einer zur Benutzung genügenden Form habhaft zu werden,
die über die Ruinenplätze des hellenischen Wohngebietes selbst
noch verstreut sind, dort aller möglichen Willkür unterliegen,
in der primitivsten Form der Antiken Sammlung, bei Neubauten,
etwa zum Schmucke über der Hausthür, gern verwandt,
namentlich aber an der Aussenseite von Kirchengebäuden mit
andern antiken Fragmenten und allenfalls auch einigen bunt
bemalten Porzellantellern vermischt, eingemauert zu finden
sind. Zwar ist Vieles davon litterarisch verzeichnet, Manches
auch in Abbildungen publicirt, dennoch muss immer noch die
Bitte an alle in solchen Gegenden Lebende oder Reisende ergehen,
Alles, was ihnen von Grabreliefs dort zu Gesichte
kommt, der kaiserlichen Akademie in genauen Beschreibungen
und Messungen, wo es sein kann, ausserdem in Zeichnungen
oder Photographien oder bei sehr flachen Reliefs in Papierabdrücken,
mitzutheilen, damit es, im Einzelnen meistens
werthlos, im Ganzen seinen Platz ausfülle und vielleicht doch
durch eine dann erst hervortretende Wiederholung auch sonst
vorkommender Züge oder durch eine besondere Abweichung
vom sonst Gewöhnlichen bedeutsam werde.
Von besonderer Wichtigkeit sind die auf altgriechischem
Boden selbst sich bildenden eigentlichen Sammlungen antiker
Ueberreste, welche, entsprechend der grossen Rolle der
Sepulkralmonumente im ganzen Kunstschaffen des Alterthums,
auch an Grabreliefs einen verhältnissmässig sehr starken Bestand
aufzuweisen haben.
Obenan stehen hier die Sammlungen in Athen, deren
Vorrath an Grabreliefs allein überreichlich an Zahl und Werth
Alles aufwiegen dürfte, was sonst von diesen Werken noch
existirt. Neben den athenischen ist — ausser der nahe dazuzurechnenden
im Piraeeus — im heutigen Königreiche Griechenland
namentlich die Sammlung in der Schule zu Syra
durch eine Reihe von Grabreliefs wichtig.
Im ottomanischen Reiche weiss ich bis jetzt nur das
mehr Mars als den Musen gehörende Museum beim Zeughaijse
in der ehemaligen Irenenkirche in Stambul zu nennen, ferner