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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 76. Band, (Jahrgang 1874)

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C  o  n  z  e.

Materials  in  wenigstens  annähernder  Vollständigkeit  erreicht
werden.
Am  Schwierigsten  wird  es  sein,  derjenigen  Grabreliefs
in  einer  zur  Benutzung  genügenden  Form  habhaft  zu  werden,
die  über  die  Ruinenplätze  des  hellenischen  Wohngebietes  selbst
noch  verstreut  sind,  dort  aller  möglichen  Willkür  unterliegen,
in  der  primitivsten  Form  der  Antiken  Sammlung,  bei  Neubauten, ­
  etwa  zum  Schmucke  über  der  Hausthür,  gern  verwandt,
namentlich  aber  an  der  Aussenseite  von  Kirchengebäuden  mit
andern  antiken  Fragmenten  und  allenfalls  auch  einigen  bunt
bemalten  Porzellantellern  vermischt,  eingemauert  zu  finden
sind.  Zwar  ist  Vieles  davon  litterarisch  verzeichnet,  Manches
auch  in  Abbildungen  publicirt,  dennoch  muss  immer  noch  die
Bitte  an  alle  in  solchen  Gegenden  Lebende  oder  Reisende  ergehen, ­
  Alles,  was  ihnen  von  Grabreliefs  dort  zu  Gesichte
kommt,  der  kaiserlichen  Akademie  in  genauen  Beschreibungen
und  Messungen,  wo  es  sein  kann,  ausserdem  in  Zeichnungen
oder  Photographien  oder  bei  sehr  flachen  Reliefs  in  Papierabdrücken, ­
  mitzutheilen,  damit  es,  im  Einzelnen  meistens
werthlos,  im  Ganzen  seinen  Platz  ausfülle  und  vielleicht  doch
durch  eine  dann  erst  hervortretende  Wiederholung  auch  sonst
vorkommender  Züge  oder  durch  eine  besondere  Abweichung
vom  sonst  Gewöhnlichen  bedeutsam  werde.
Von  besonderer  Wichtigkeit  sind  die  auf  altgriechischem
Boden  selbst  sich  bildenden  eigentlichen  Sammlungen  antiker
Ueberreste,  welche,  entsprechend  der  grossen  Rolle  der
Sepulkralmonumente  im  ganzen  Kunstschaffen  des  Alterthums,
auch  an  Grabreliefs  einen  verhältnissmässig  sehr  starken  Bestand ­
  aufzuweisen  haben.
Obenan  stehen  hier  die  Sammlungen  in  Athen,  deren
Vorrath  an  Grabreliefs  allein  überreichlich  an  Zahl  und  Werth
Alles  aufwiegen  dürfte,  was  sonst  von  diesen  Werken  noch
existirt.  Neben  den  athenischen  ist  —  ausser  der  nahe  dazuzurechnenden ­
  im  Piraeeus  —  im  heutigen  Königreiche  Griechenland ­
  namentlich  die  Sammlung  in  der  Schule  zu  Syra
durch  eine  Reihe  von  Grabreliefs  wichtig.
Im  ottomanischen  Reiche  weiss  ich  bis  jetzt  nur  das
mehr  Mars  als  den  Musen  gehörende  Museum  beim  Zeughaijse
in  der  ehemaligen  Irenenkirche  in  Stambul  zu  nennen,  ferner
            
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