Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 75. Band, (Jahrgang 1873)

Berichte  über  Handschriften  des  sog.  Schwabenspiegels.

77

Wer  dem  andirn  sine  purg  mit  vnrechte  an  gewinnit,  der  schol
das  clagin  deme  konige  adir  dem  lantrichter. 1
Ob  man  eime  sine  purg  nimmt,  so  scbol  nimant  keine  clage
dor  uf  habin 2  das  uor  dar  auf  gesehen  ist,  sequitur.
Welch  haus  adir  pure  uerurtailt  Welche  pure  oder  ein  hause

uuas, 3  di  scliol  der  richter
vnd  alle  di  di  in  dem  gerichte
siczin  sullin  di  zu  prechin
vnd  uorstoren. 4

mit  vrteile  uorurtailet  wirt,
die  schol  der  richter  vnd
alle  die  in  dem  vrteil  siczent
ob  sy  die  schullen  czubrechen
  oder  nicht?
Ob  einir  frawin  ir  man  stirbit,  vnd  hat 5  kinder  vnbetailt, 6
vnd  si  wellin  sich  czwaiin,  so  nimpt  di  frawe  ir  morgingabe  uor
hin  dan:  vnd  was  do  varndes  gut  ist,  das  schol  si  tailin  den
hindern. 7
Ob  ein  [man]  stirbit  vnd  let s  sune  vnd  tochtir  hindir  im,
vnd  uuas  man  iclichim  uor 9  aus  hat  gegebin,  das  [sullin]  si
werfin  czu  dem  andirn  gute,  vnd  sullin  das  gliche  mit  ein  andir
tailin.  10

Wi  man  liset  uon  Moise  das
her  tailit  das  [lant]  vnd[irj
czwelf  gesiechte,  vnd  wi  im
do  uon  geschach,  das  sulle
wir  al  do  lesen.

Wie  man  liset  von  Moysi  daz
[er  teilet  das]  lant  vnder
czwelf  gesiechte,  vnd  wie  im
dovon  geschaqh,  das  schuile
wir  aldo  lesen  her  nach  als
es  do  stet,  das  ist  das.

Bemerkenswerth  ist  auch  bei  den  Bestimmungen,  wovon
zuletzt  gehandelt  worden,  dass  uns  im  Inhaltsverzeichnisse  die
oberdeutsche  Redeweise  begegnet,  während  die  Ueberschriften
der  Capitel  des  Textes  die  mitteldeutsche  Mundart  aufweisen.
Auch  stehen  die  letzteren  gleich  fortlaufend  roth  in  dem
schwarzen  Texte,  und  sind  nicht  erst  unter  Leerlassung  eines
grösseren  oder  kleineren  Raumes  zunächst  nur  an  den  Rand

1  II  fügt  hier  noch  bei:  das  recht  hie  gesehriben  ist.
2  nympt,  ob  yemant  keine  clage  dor  auf  möge  haben.
3  II  wirt.  •>  II  czustorin.  5  vnd  sie  hat.  Ebenso  II.
G  Hier  ist  noch  angeknüpft:  waz  recht  sey.
1  tailen  mit  den  hindern  als  recht  ist.
8  lezzet.  o  ietleichem  czu  vor.
10  Anstatt  ,tailin 1  steht  in  der  Üeberschrift  des  Textes:  Amen.  Im  Inhaltsverzeichnisse ­
  ist  nach  ,taylen‘  noch  angefiigt:  das  recht  ist  das.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.