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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 75. Band, (Jahrgang 1873)

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Bü  dinge  r.

A  n  li  a  n  g.
Nach  Vollendung  dieser  Untersuchungen  hat  mich  Herr
Kirchenrath  Prof.  Schräder  zu  Jena,  unter  dem  11.  September ­
  1873  durch  Mittheilung  zweier  Entdeckungen  erfreut, ­
  welche  für  die  §§.  5  und  18  dieser  Untersuchungen ­
  von  Bedeutung  sind.  Er  hat  nämlich  in  einem  Syllabare
  bei  Rawlinson  cuneif.  inscr.  II.  57  den  Gottesnamen
Sak-kut  (Sakkuth)  durch  A-dar  erklärt  gefunden,  eine  Keilverbindung, ­
  die  man  früher  irrig  Ninip  las.  Adar  selbst  hat
er  aber  in  einer  ,Reihe  von  Stellet  mit  dem  Beinamen  Malik,
  auch  selbst  kurz  als  Mälik  bezeichnet  gefunden,  d.  h.  mit
dem  Attribute  des  Königthumes.
Diese  Doppelentdeckung  lässt  erkennen,  wie  der  dem
Malik  Adar  gehörige  siebente  Wochentag  in  besonderm  Werthe
stehen  und  den  Anlass  für  die  Heiligung  dieses  Tages  nach
Einführung  des  Jahveglaubens  geben  konnte.  Nach  ihm  und
nicht  nach  der  angeblichen  Form  der  Wohnungen  in  der
Wüste  (Levit.  23,  43)  wird  das  zweite  siebentägige  Erntefest,
vom  Vollmonde  des  siebenten  Monats  an,  wol  auch  seinen
Namen  (Sukkoth)  führen.
Es  hat  sich  aber  ausser  Sakkuth  auch  Ka-ai-va-nu  (Kcwän)
  als  Gott  des  Saturngestirnes  nach  Rawlinson’s  oben  (§.  5
S.  459)  besprochener  Vermuthung  bestätigt,  da  es  in  einem
andern  Syllabare  von  Schräder 1  nachgewiesen  ist.  IJiemit
fällt  die  Schwierigkeit  des  Wortes  ,Stern'  bei  Amos  (5,  26),
dessen  Gebrauch  für  Sonne  und  Mond  so  befremdlich  war,
wenn  Skvt  und  Kivn  auf  Egyptische  Gülte  bezogen  wurden,
wie  oben,  wenn  auch  mit  allem  Vorbehalte,  geschehen  ist.  An
dem  ostsemitischen  Ursprünge  des  Königs  Sakkuth  und  des
Kewanbildes,  welche  Beide  nur  ein  Stern  und  desshalb  von
Amos  verhöhnt  sind,  lässt  sich  nicht  mehr  zweifeln.
Streitig  kann  nur  noch  die  schon  oben  (S.  458)  besprochene ­
  Schwierigkeit  des  Tempus  von  ,unesatem‘  sein.  Da
aber  ein  Eindringen  eines  in  Tag-  und  Festbezeichnung  auch
sonst  bei  den  Hebräern  nachweislichen  ostsemitischen  Cultus

1  Die  Abstammung  der  Chaldäer  Z  0.  M  G.  1873,  XXVII,  404.
            
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