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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 75. Band, (Jahrgang 1873)

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Büdinger.

die  geschaffene  Ruhe  und  Heiligung  —  nach  den  Eigenthümlichkeiten
  der  entsprechenden  babylonischen  Gottheiten  zu  erklären, ­
  welche  durchaus  nur  während  der  zwölf  Tagesstunden  '■
arbeitend  gedacht  worden  sein  müssen,  da  die  Feierzeit  zwischen ­
  Abend  und  Morgen  jedesmal  notiert  wird.
Für  unsere  Beobachtungen  ist  wichtig,  dass  dem  ersten ­
  Tage  die  Lichtschöpfung  zugewiesen  ist.  Denn  nach
der  entscheidenden  letzten  Forschung 2  scheint  mir  sprachlich
durchaus  festzustehen,  dass  Alles  wolgefügter  Zwischensatz  ist,
was  sich  (Genesis  1,  1—o)  zwischen  den  Worten  findet:  ,im
Anfänge  —  da  sprach  die  Gottheit:  es  werde  Licht'.  Es  bleibt
nur  noch  zu  erwägen,  ob  diese  Einschaltung,  wie  einige
spätere  der  Schöpfungsgeschichte,  von  anderer  Hand  als  der
des  ersten  Verfassers  herrühre.  Denn  sie  entspricht  weder
dem  schlichten  Charakter  dieses  Erzählers, 3  noch  konnte  er
selbst  füglich  (Vers  1)  die  Schöpfung  des  Himmels  und  der
Erde,  die  er  erst  dem  Montage  und  Dienstage  zuweist  (Vers  8
und  10),  schon  hier  vorausnehmen  und  dazu  eine  dem  sonstigen ­
  Zusammenhänge  fremde  Chaostheorie  (Vers  2)  aufstellen.
Aus  der  Zuweisung  der  Lichtschöpfung  zum  ersten  Tage
erhält  man  aber  in  Uebereinstimmung  mit  dem  Wochenschlusse
am  Sonnabend  die  Gewissheit,  dass  die  Hebräer  schon  die
jüngere  Wocheneintheilung  besassen,  welche  mit  dem  Sonntage
beginnt.  Die  ältere 4  hatte  mit  dem  Montage  als  dem  Tage
der  Gottheit  begonnen,  welche  noch  die  Magier  in  Xerxes
Heere  im  Gegensätze  zur  Sonne  als  die  ihrem  Stamme  günstige ­
  bezeichneten, 5  wie  ja  auch  die  Phönikier  bei  der  Besiedelung ­
  des  böotischen  Theben  die  Mondgottheit  als  die
erste  betrachteten,  der  sie  das  östliche,  das  erste  der  sieben
Thore  weihten.
Immerhin  lässt  sich  —  bei  dem  Halbdunkel,  in  welches
der  Ilexateuch,  vielleicht  geflissentlich,  die  voregyptische  Ge-1

  za  SuuoEza  ixkpsa  Tfj;  ?,[j.epr]c  napa  BaßuXtuvftov.  Herodot  II,  109.
2  Schräder,  St,ud.  z.  Kritik  der  bibl.  Urgesch.  (Zürich  1863)  S.  47  flgde.
3  Darauf  legt  Knobel,  Genesis  2.  Aufl.  S.  9,  Gewicht.
4  Die  bewunderungswürdig  feine  Untersuchung  über  diese  schwierige  Frage
verdankt  man  dem  leider  neuerlich  (Juli  1873)  so  früh  hingeschiedenen
Dr.  Joh.  Brandis:  die  sieben  Thore  Thebens  (Hermes  II)  266  flgde.  283.
5  vjXtov  Eivai  'EXXvjvcov  jipooeV.Topa,  asXrjvrjv  ok  a<pk<ov.  Herodot  VII,  37.
            
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