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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 75. Band, (Jahrgang 1873)

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Büdinger.

und  Eleazar  von  dem  Berge.  Da  sali  die  ganze  Gemeinde,
dass  Aaron  verschieden  war  und  sie  beweinten  ihn  dreissig
Tage.'  Von  Mosis  Tode  berichtet  ebenfalls  der  älteste  Erzähler,  1
dass  er  auf  den  Nebo,  welcher  eine  weite  Rundsicht  gewährt,
gestiegen  sei  um  dort,  wie  Aaron  auf  dem  Berge  Hör,  zu
sterben.  Nur  bei  Josephus 2  hat  sich  —  freilich  mit  dem  verschönernden ­
  Gefolge  der  ganzen  ,Gerusia'  —  die  ganz  glaubliche ­
  Nachricht,  wol  aus  derselben  Quelle  erhalten,  dass  Moses
hiebei  ebenfalls  von  zwei  Vertrauenspersonen,  Josua  und  Eleazar ­
  begleitet,  d.  h.  hinauf  gebracht  worden  sei.
Von  einem  Begräbnisse  verlautet  in  beiden  Fällen  nichts.
Die  genaue  Schilderung  von  Aaron’s  Entkleidung  und  Tod
auf  der  Höhe,  von  welcher  dann  sein  Sohn  und  Bundesbruder
ohne  Weiteres  hinabsteigen,  schliesst  sogar  die  Möglichkeit
eines  Begräbnisses  schlechterdings  aus.  Man  muss  annehmen,
dass  diese  unabhängigen  Geister  eben  die  Form  der  Leichenbehandlung ­
  vorzogen,  welche  unseren  heutigen  Empfindungen
vielleicht  am  meisten  widerstrebt:  die  des  Auswerfens  der
Todten  —  die  Form  also,  welche  bei  beiden  Zweigen  der  alten
Arier  üblich  war,  bei  den  Persern  zu  ausschliesslicher  ritueller
Geltung  gelangte  und  bei  ihren  heutigen  Religionsverwandten
in  Ostindien  im  Gebrauche  der  Dakhmen  geblieben  ist.
Späteren  hebräischen  Autoren  erschien  aber  auch  diese
Thatsache  durchaus  unglaublich.  Jüngere  Erzähler 3  nehmen
desshalb  an,  dass  die  Leichen  beider  Führer  wieder  von  dem
Berg  herabgebracht  wurden.  Die  Aaron’s  lassen  sie  auf  der
Station  Mosera  im  Süden  von  Kades  bestattet  werden  (Deuter.
20,  6),  was  sich  nothdürftig  mit  dem  Todeslocale  zusammenbringen ­
  lässt.  Von  Moses  aber  sagt  diese  späte  Auffassung:
,man 4  begrub  ihn  in  einem  Thale  des  Moabiterlandes  gegen
Beth  —  Peör  zu  und  es  hat  kein  Mensch  sein  Grab  bis  auf
diesen  Tag  erfahren'.  Die  letztere  Versicherung  hebt  die  vorangehende ­
  Vermutliung  freilich  ohnehin  wieder  auf,  wie  cha-1
  Deuteron.  32,  48—51;  34,  1—3,  5,  7,  8,  9  mit  Glossen  auch  in  diesen
Versen  vgl.  Schräder,  Einl.  295  n.  7.
2  Antiqq.  4,  8,  §.  48  p.  440  ed.  Oberthiir.
3  Knobel,  Deuter,  248,  354.  Schräder  a.  a.  O.
4  Ueber  dieses  ,man‘  vgl.  Knobel,  Deut.  354.  Ewald,  Gesch.  III 1  292  c 316,
Amn.  3.
            
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