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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 75. Band, (Jahrgang 1873)

Egyptisclie  Einwirkungen  auf  hebräische  Culte.

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ist  vielleicht  die  Annahme  zulässig,  dass  sie  aus  der  Masse
der  übrigen,  in  keine  andere  Pliyle  aufgenommenen  Egypter
gebildet  worden  seien.
Nach  Qorach’s  Aufstande  konnte  aber  von  einer  geschlossenen ­
  Herrschaft  der  Leviten,  wie  sie  nach  dem  blutigen
Scheitern  der  'ersten’  Legislation  sich  zu  bilden  schien,  nicht
mehr  die  Rede  sein:  mehr  als  je  waren  die  Führer  auf  den
guten  Willen  der  alten  Phylen  angewiesen.  Ephraim  unter
Josua’s  Einfluss  darf  wol  als  Mosis  beste  Stütze  gelten,  wie  es
sich  denn  im  Josefmythus  die  Ehre  einer  egyptischen  Stammmutter ­
  verdient  hat  und  Josef’s  Grab  auf  seinem  Loose  in  der,
Leviten  geschenkten  Stadt  Sichern  entstehen  liess:  den  Pietätsanspruch ­
  theilt  aber  Ephraim  aus  unbekanntem  Grunde 1  mit
den  Manassiten,  obwol  sein  Anspruch  ernster  genommen  wird
(Genesis  48,  13—19).  Anderseits  blieb  Juda,  des  neuen  Stammes
Levi  nächstjüngerer  Bruder,  den  Aaroniden,  wie  früher  (§.  10)
bemerkt,  stets  eng  verbunden,  wenn  auch  ihre  masslosen  Ansprüche ­
  keineswegs  befriedigt  wurden  (§.  11).
§.  17.  Gegensätze  der  Gesetzgebung.
Nach  den  bisherigen  Beobachtungen  liegt  die  Annahme
nahe,  dass  in  den  einzelnen  Formen  des  hebräischen  Cultus,
wenn  nicht  auch  in  denen  der  Kriegsverfassung  und  des  bürgerlichen ­
  Verkehres,  die  egyptische  Einwirkung  von  entscheidender ­
  positiver  Bedeutung  gewesen  sei.  Obwol  diese  Frage
nun  weiterer  Einzelforschung  überaus  würdig  ist,  so  lässt  sich
doch  schon  jetzt  diese  positive  Einwirkung  auf  ein  sehr  bescheidenes ­
  Mass  reducieren:  etwa  für  Kleidung  und  Amtsordnung ­
  der  Priester,  einige  Opfer-  und  Lustrationsbräuche
und  einen  Theil  der  Speisevorschriften.  Dass  die  Vorschriften
über  den  Transport  der  heiligen  Lade  egyptischen  nachgebildet
seien,  hat  man  längst  erkannt 2  und  hat  die  Abbildung  auf
1  Darf  man  annehmen,  dass  beide  Stämme  vur  den  übrigen,  und  von  diesen
verlassen,  als  Kriegsgefangene  nach  Egypten  kamen,  wie  Josefs  Geschichte ­
  andeuten  könnte?  Dann  würde  Beides,  die  Ableitung  von  einer
egyptischen  Stammmutter  und  die  Ausstattung  der  Leviten  in  Sichern
sich  aus  längerer  Vertrautheit  mit  egyptischem  Wesen  erklären,  auch  der
Josefmythus  vielleicht  bessern  Anlass  gewinnen.
2  Numeri  4,  15,  Josua  8,  33,  vgl.  Knobel  Num.  14.
            
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