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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 75. Band, (Jahrgang 1873)

Egyptische  Einwirkungen  auf  hebräische  Culte.

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Bei  dem  oben  (§.  8  S.  3)  erwähnten  Kampfe  gegen  die
Amalekiter,  der  bis  auf  König  Saul  unvergessen  blieb,  kämpften
die  Hebräer  —  wie  es  scheint,  sie  allein  —  unter  Josua,  doch
wol  nach  ihren  Stämmen  und  Geschlechtern  geordnet,  wie  sie
später  ,nacli  ihren  Geschlechtern*  (Num.  11,  12)  wehklagend
erscheinen.  Dennoch  versichert  ohne  weitern  Anlass  und  daher ­
  glaubwürdig  genug  die  Erzählung  (Exod.  18),  dass  Moses
vor  Ankunft  und  Berathung  seines  Schwiegervaters  gar  keine
weltliche  Autorität,  ausser  der  seinigen,  anerkannte  oder  eingesetzt ­
  hatte;  erst  dann  habe  er  eine  auf  Decimaltheilung
begründete  Administration  gebildet,  deren  später  nicht  mehr
gedacht  wird, 2  die  aber  dennoch  wegen  einer  obwol  chronologisch ­
  verschobenen  Erwähnung  in  der  auf  guten  Quellen
ruhenden  Uebersicht  des  Deuteronomikers  (I,  9)  schwerlich  zu
bezweifeln  ist.
Dagegen  dürfte  die  älteren  Quellen  unbekannteErwähnung
von  Priestern,  die  man  für  egyptische  zu  halten  hätte,  noch  vor
dem  Bundesschlusse  am  Sinai  auf  eine  gewohnheitsmässige  Voraussetzung ­
  des  theokratischcn  Erzählers  zurückzuführen  sein.
Dass  Moses  selbst  die  erste  umfassende  —  nach  der  für
uns  (vgl.  §.  15  S.  39)  nöthig  gewordenen  Zählung:  die  zweite
—  Legislation  nach  jenem  Bundesschlusse  wieder  aufgegeben
habe,  sagen  die  verschiedenen  Erzähler  (Exodus  32)  gleichmässig.
  Auch  darin  stimmen  sie  überein,  dass  mit  dem  goldenen ­
  Kalbe  nach  Aaron’s  Anweisung  eine  neue  Ordnung
versucht  worden  sei.  Wie  Mosis  Anschauung  dennoch  zum

1  Denn  aus  der  Nachricht  (Exodus  12,  18),  dass  sie  chamuschim  ,in
festen  Schaaren 1  (Knobel  z.  d.  St.  134)  oder  ,nach  ihren  Schaaren,
(Exod.  G,  26)  gezogen  seien,  lässt  sich  nur  eine  Kriegsordnung  überhaupt
entnehmen.  —  Ewald,  Gesell.  II  b  89,  c 98,  versteht  chamuschim  freilich
als  ,gefiinft‘  wegen  des  Num.  2,  17  gegebenen  und  von  demselben  II 1 ’  360,
c 389  verdeutlichten  Schema’s  der  Lagerordnung;  aber  dieses  setzt  die
sacrale  Ordnung  mit  dem  Stiftszelte  schon  voraus  und  passt  daher  nicht
für  den  Auszug  aus  Egypten.
2  Die  Einsetzung  der  Siebzig  (Num.  11,  17),  aber  keineswegs  die  frühere
Decimaltheilung  des  Volkes,  bezweifle  ich  mit  Knobel  Numeri  52.  Die  Siebzig ­
  dürften  den  bei  dem  Sinaivertrage  (Exod.  24,  1)  hinzugefügten  Greisen
entsprungen  sein:  die  älteste  Ueberlieferung  lässt  Moses  allein  oder  nur
mit  Josua  auf  die  Höhe  steigen.  Vgl.  Knobel,  Exodus  185  und  241.
3  Darüber  eingehend  Knobel  a.  a.  0.  195.
            
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