Egyptisclie Einwirkungen auf hebräische Culte.
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dacht, wenn es auch unzweifelhaft in Palästina stets Leidende 1
an dieser bösartigen Flechte gegeben hat.
Nun zeigen aber Worte David’s und Aussprüche Jesu, 2
obwol zeitlich durch ein Jahrtausend getrennt, doch gleichmässig,
dass die Hebräer in diesem Uebel zwar eine himmlische
Strafe erkannten, aber doch keine andere als in jedem
andern menschlichen Elend liegt.
Aus dieser Auffassung spricht ein vollkommener Gegensatz
zu der von Manetho berichteten des egyptischen Königs
und nach ihrem Grunde auch des egyptischen Volkes — ein
Gegensatz, welcher die Verbannung jener Kranken in die
Baumaterialregion als eine unentschuldbare Grausamkeit erscheinen
lässt.
Denn wenn Elisa (II. Könige 5, 27) seinen Diener mit
Aussatz bestraft, weil er den durch Elisa’s Rath von diesem
Uebel geheilten Syrer um ein Honorar prellt, so ist das nur
eine lustige Vergeltung. Nicht minder schien wol dem alten
Erzähler (Numeri 12) eine solche darin zu liegen, dass Mirjam,
als sie Mosis Hausfrieden zu stören suchte, aussätzig und daher
zur Einsamkeit verurtheilt wurde. Denn an der Geschichtlichkeit
sowol ihrer üblen Nachrede, als ihrer Erkrankung
und Einsperrung und des um ihretwillen verzögerten
Weiterzuges des Volkes kann man nicht zweifeln, wenn auch
der Zusammenhang und selbst die chronologische Folge beider
Thatsachen problematisch bleibt.
Aber auch die sämmtlichen, so eingehenden Bestimmungen
über den Aussatz (Levit. 13 und 14) lassen nicht mit der
geringsten Andeutung erkennen, dass man in demselben eine
besondere himmlische Strafe zu sehen habe. Der menschliche
ein später Erzähler (II. Chron. 26, 19) gerechte Strafe angemassten Priesterthums
sieht, das sich aber an König Balduin IV. von Jerusalem im
zwölften Jahrhundert nach Christo wiederholt liat.
1 Wie arg sie unter Umständen vernachlässigt wurden, scheint II. Kön. 7, 5
zu zeigen.
2 II. Sam. 3, 29; Matth. 8, 1—4; 10, 8; 11, 5. Marc. 1, 40—45. Lukas 5, 12 bis
16 Vgl. Keim, Leben Jesu II. 170. Die dort angeführte Zusammenstellung
der Aussätzigen im Talmud mit Blinden, Armen und Kinderlosen
ist weder mit ägyptischer, noch mit der bei Herodot (I, 138) erwähnten
Anschauung der Perser übereinstimmend, dass Aussatz eine Strafe für
Versündigung gegen den Sonnengott (Mithra) sei.
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