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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 75. Band, (Jahrgang 1873)

Die  Kosmolgie  und  Naturlehre  dos  scholastischen  Mittelalters.

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sowohl,  als  auch  der  Gegenstände  rings  um  ihn,  in  sich  aut;
die  Bilder  bleiben  'unsichtbar,  wenn  die  luftartige  Substanz  auf
einen  rauhen,  dunklen,  oder  auf  einen  allzusehr  glänzenden
Gegenstand  stösst,  werden  hingegen  auf  einer  glatten,  polirten
und  zugleich  undurchsichtigen  Fläche  sichtbar.  Damit  ist  nach
Wilhelm  das  Phänomen  der  Spiegelung  erklärt.  Er  führt
nebstbei  noch  die  Meinung  Anderer  an, 1  welche  behaupten,
dass  im  Spiegel  kein  Bild  sei,  sondern  der  Mensch  durch
Vermittelung  des  Spiegels  nur  sich  selber  erblicke,  indem
nämlich  die  von  der  Spiegelfläche  repercutirten  Sehstrahlen
gegen  denjenigen,  von  dessen  Augen  sie  ausgegangen,  zurückgeworfen ­
  werden,  und  die  Bilder  des  Sehenden  und  anderer
neben  demselben  befindlichen  Gegenstände,  auf  welche  sie
repercutirt  werden,  in  sich  aufnehmend,  zum  Sehorgan  wieder
zurückgelangen. 2  Dass  viele  Thiere  im  Dunkeln  und  in  der
Nacht  besser  sehen,  als  am  Tage  und  in  der  Helle  des  Lichtes,
kommt  daher,  dass  in  ihren  Augen  die  wässerige  Feuchtigkeit
im  Uebermass  vorhanden  ist.  Bei  der  Nachteule,  deren  Auge
feurig  ist,  muss  jene  Eigenschaft  daraus  erklärt  werden,  dass
die  Eule,  die  aus  Furcht  vor  den  übrigen  sie  hassenden  Vögeln
sich  stets  im  Dunklen  und  Verborgenen  hält,  sich  an  das  Sehen
im  Finsteren  gewöhnt  hat,  während  ihr  Auge  an  die  Tages-1

  In  seinen  Elementis  philosophiae  (LiIj.  IV)  bezeichnet  Wilhelm  diese
zweite  Erklärung  als  die  aristotelische:  Aristoteles  dixit,  nullam  ibi  (seil,
in  speculo)  apparere  imaginem.  sed  hominem  se  et  posteriora  videre  tali
modo:  Cum  praedictus  Spiritus  aliquod  radiosum  offondat,  radiis  illius
elisus  repercutitur,  reversusque  ad  faciem  videntis  ipsum  et  posteriora
percipit.  Sed  quia  mediante  speculo  hoc  contingit,  videtur  hoc  in  speculo ­
  apparere.
2  Beide  von  Wilhelm  erwähnten  Erklärungsweisen  werden  in  S  e  n  e  c  a  ’  s
Quaestt.  Nat.  I,  5  zur  Sprache  gebracht:  De  speculis  duae  opiniones
•sunt.  Alii  enim  in  illis  simulacra  cerni  putant  i.  e.  corporum  nostrorum
figuras  a  nostris  corporibus  emissas  et  separatas,  alii  non  imagines  in
speculo  ,  sed  ipsa  asplci  Corpora  retorta  oculorum  acie  et  in  se  rursus
reflexa.  Die  erste  der  beiden  Ansichten  wird  freilich  von  Seneca  so  dargestellt, ­
  dass  das  von  Wilhelm  in  Subst.  phys.  VI,  p.  200  betonte  specifisch
Platonische  darin  verwischt  erscheint.  Dies  ist  aber  auch  in  der  bei  Wilhelm ­
  Eiern,  philös.  1.  c.  wiedergegebenen  Variante  dieser  Ansicht  der
Pall:  Sunt  qui  dicunt  aera  inter  hominem  et  speeulum  diversis  formis
insignitum  et  coloribus;  unde  si  aliquid  opponatur,  splendidum  appareat,
sive  contrario,  non.

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