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Werner.
denkschwach. Ein recht kaltes Vordergehirn macht den Menschen
dumm. Dass die verschiedenen Vermögen in der bezeichneten
Weise an die drei Kammern vertheilt sind, ergibt sich aus
Beobachtungen an Personen, die durch Verwundungen an einer
der drei Gehirnkammern geschädiget worden sind. Wilhelm
führt Beispiele hievon aus Galenus und aus Solin’s Polyhistor
an.
Das Haupt ist Sitz und Centrum der Thätigkeiten der
virtus animalis, die nach Wilhelm von Conches eine Fünfzahl
von virtutes in sich fasst: Intellegentia, ratio, memoria, sensus
communis, voluntarius motus. Wir wissen bereits, wie das
Gehirn mit Rücksicht auf die Functionen der ersten drei virtutes
organisirt sei, und dass die Thätigkeitsvehikel der beiden
anderen virtutes, die Sinnes- und Bewegungsnerven, gleichfalls
vom Gehirne auslaufen. Die Organe der einzelnen Sinne sind
so geordnet, dass der weitreichendste Sinn die obere Stelle
einnimmt, der an die unmittelbare Berührung des wahrzunehmenden
Objectes gewiesene Tastsinn aber sein specrfisches
Organ nicht einmal mehr, wie die übrigen vier Sinne, im
Haupte, sondern in den Händen, also im Rumpfleibe seinen
Sitz hat. Eine unmittelbare Berührung des Objectes hat wohl
auch in den Apperceptionen des unter den Kopfsinnen zu tiefst
locirten Sinnes, des Geschmacksinnes, statt; der Geschmackssinn
steht aber insofern über dem Tastsinne, als es sich bei
letzterem nur um die Wahrnehmungen von Qualitäten des
Körpers als Körper (Wärme, Kälte, Rauheit, Glätte u. s. w.)
handelt, beim Geschmackssinne aber eine specifische Qualität
eines bestimmten Körpers, die durch das blosse Tastgefühl
nicht appercipirt werden kann. Der Geschmack, den die
Zunge wahrnimmt, ist nämlich eine besondere Qualität, die
zusammt einem bestimmten Safte beim Kosten und Zerkauen
der Speisen die schwammige Zunge durchdringt. Der Nerv
ist das Vehikel der Leitung der Sinnes Wahrnehmung vom
Sinnesorgan zum Gehirne; dasjenige, worin der appercipirte
Sinneseindruck recipirt und mittelst des Nerves ins Gehirn
geleitet wird, ist eine feinste luftartige Substanz, die aus
Anlass der Sinnesaffection vom Gehirne emittirt wird, um
die bestimmte sinnliche Impression in sich aufzunehmen und