Die Kosmologie und Naturlehre des scliolastichen Mittelalters.
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zerfällt in drei Hauptheile: Asien, Afrika und Europa. Asien
erstreckt sich vom Orient bis an den Tanais und Nil, durch
welche Flüsse es im Westen gegen Europa und Afrika abgegrenzt
wird, und stösst im Süden an die zona torrida wie in
der entgegengesetzten Richtung an den kalten Norden; es
nimmt die Hälfte des bewohnbaren Landes unserer Quarta
ein. 1 Afrika hat im Osten den Nil, im Norden das Mittelmeer,
im Osten die Oceanströmung, im Süden die zona torrida
zui - Grenze; Europa ist im Süden vom Mittel-, in entgegengesetzter
Richtung vom Nordmeere, im Westen vom Ocean
begrenzt, im Osten hat es den Tanais zur Grenzschoide. Diese
drei Tlieile der von Menschen bevölkerten Quarta constituiren
den Bereich der temperirten Mitte derselben, die jedoch an
ihren Enden rings von Ueberschreitungen des temperirten Mittels
umsäumt ist. Unsere Quarta ist nämlich an ihrem Südrande
(Libyen, Aethiopien) warmtrocken, in ihrem Nordrande
feuchtkalt; an ihrem Ostrande hat sie warmfeuchtes, an ihrem
Westrande kalttrockenes Klima. Sie ist von Bergen durchzogen,
deren höchste Kuppen und Gipfel mit Schnee bedeckt
sind. Grund dessen ist, dass die Luft, je höher hinauf, desto
dünner ist und daher der Sonnenwärme keine Einwirkung
gestattet; denn Feuer kann nur in einem dichten und feuchten
Medium entzündet werden. Falsch ist die Ansicht derjenigen,
welche die Kälte der Gebirgshöhen von dem Nordwinde ableiten,
denn die hohen Berge sind nicht bloss auf ihrer Nordseite,
sondern auch auf ihren Südseiten kalt. Es ist indess
zuzugeben, dass ihre Nordseite kälter ist, wie denn überhaupt
der Einfluss der Winde auf das Klima der verschiedenen Länder
nicht in Abrede zu stellen ist. So sind Länder, die auf drei
Seiten von Bergen umschlossen, gegen Süden aber offen sind,
1 Diese Aeusserung, welche sich auch bei Isidor Nat. Kor. c. 48 findet,
ist zurückzuführen auf Aug. Civ. Dei XVI, 17 : Namque ista, quae Asia
nuneupatur, a meridie per Orienten! usque ad septentrionem pervenit,
Europa vero a septentrione usque ad occidentem, atque inde Africa ab occidente
usque ad meridiem; unde videntur orbem dimidium duae tenere
Europa et Africa, alium vero dimidium soia Asia. Sed ideo duae partes
factae sunt, quia inter utramque ab Oceano ingreditur quidquid aquarum
terras interluit, et hoc mare magnum nobis facit. East dasselbe ist
im Schlusscapitel der Schrift Beda’s de natura rerum (c. öl) zu lesen.