Egyptiscke Einwirkungen auf hebräische Culte.
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leicht absolutesten Zeit egyptischer Königsgewalt konnte die
Reinigung des Landes von solchen Kranken bei einer frommen
Absicht des Landesherrn um so weniger auffallend sein, als 1
die meisten, wenn nicht alle Krankheiten von den Egyptern
dem Einflüsse böser Geister zugeschrieben wurden, wie ja auch
das früher besprochene Uebel jener semitischen Fürstentochter
von den egyptischen Aerzten als Verfolgung eines Dämon behandelt
wurde.
Erst nach geschehener Verbannung der Kranken lässt
aber Manetho ihre zugleich und der Hebräer Führung von dem
Heliopoliten Osarsyf übernehmen. Gerade in der Verbindung
beider Elemente sieht er das entscheidende Ereigniss.
Wir werden daher zunächst zu prüfen haben, wie weit
die hebräischen Berichte eine solche Verbindung bestätigen.
§. 15. Die Aussätzigen.
Was zunächst den Führer selbst angeht, so nimmt die
hebräische Ueberlieferung von der egyptischen Königstochter
nach der Schilfkorbgeschichte weiter keine Notiz, sondern lässt
ganz unvermittelt den Herangewachsenen (Exodus 2, 11) ,zu
seinen Brüdern', den Hebräern, kommen, die in schwerem
Frohndienste arbeiten. Das Local, in welchem er sie findet,
wird als unbebautes bezeichnet, da er im ,Sande' (chöl
Exod. 2, 12) den egyptischen Peiniger eines Hebräers, wohl
einen Aufseher, verscharrt. Wir haben uns also eines der Gebiete
zu denken, in welchem nach hebräischer Schilderung
Baumaterial gefunden wird (Exodus I. 11 und 14) und die Manetho
(p. 1195 ed. Oberthür) als Steinbrüche (Xiöoiogi'ai oder
XaToncpiai) bezeichnet. Hier zuerst, wo jenes oben (S. 28)
erörterte Gespräch stattfand, wird uns Moses in klaren Beziehungen
zu den Hebräern geschildert.
Ausdrücklich wird aber auch berichtet, dass er vor der
Exodus einmal vom Aussatze, mindestens an den Händen, befallen
war. Es ist das in Form eines Wunders am Sinai
(Ex. 4, 6 und 7) gekleidet, von dessen Gebrauche doch später
nicht mehr die Rede ist. Man wird kaum bezweifeln können,
1 Vgl. oben §. 5 S. 461 Anrn. 2.
Sitzungüber. d. phil.-liist. CI. LXXV. ßd. I. Hft. 3