Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 75. Band, (Jahrgang 1873)

Egyptiscke  Einwirkungen  auf  hebräische  Culte.

33

leicht  absolutesten  Zeit  egyptischer  Königsgewalt  konnte  die
Reinigung  des  Landes  von  solchen  Kranken  bei  einer  frommen
Absicht  des  Landesherrn  um  so  weniger  auffallend  sein,  als 1
die  meisten,  wenn  nicht  alle  Krankheiten  von  den  Egyptern
dem  Einflüsse  böser  Geister  zugeschrieben  wurden,  wie  ja  auch
das  früher  besprochene  Uebel  jener  semitischen  Fürstentochter
von  den  egyptischen  Aerzten  als  Verfolgung  eines  Dämon  behandelt ­
  wurde.
Erst  nach  geschehener  Verbannung  der  Kranken  lässt
aber  Manetho  ihre  zugleich  und  der  Hebräer  Führung  von  dem
Heliopoliten  Osarsyf  übernehmen.  Gerade  in  der  Verbindung
beider  Elemente  sieht  er  das  entscheidende  Ereigniss.
Wir  werden  daher  zunächst  zu  prüfen  haben,  wie  weit
die  hebräischen  Berichte  eine  solche  Verbindung  bestätigen.
§.  15.  Die  Aussätzigen.
Was  zunächst  den  Führer  selbst  angeht,  so  nimmt  die
hebräische  Ueberlieferung  von  der  egyptischen  Königstochter
nach  der  Schilfkorbgeschichte  weiter  keine  Notiz,  sondern  lässt
ganz  unvermittelt  den  Herangewachsenen  (Exodus  2,  11)  ,zu
seinen  Brüdern',  den  Hebräern,  kommen,  die  in  schwerem
Frohndienste  arbeiten.  Das  Local,  in  welchem  er  sie  findet,
wird  als  unbebautes  bezeichnet,  da  er  im  ,Sande'  (chöl
Exod.  2,  12)  den  egyptischen  Peiniger  eines  Hebräers,  wohl
einen  Aufseher,  verscharrt.  Wir  haben  uns  also  eines  der  Gebiete ­
  zu  denken,  in  welchem  nach  hebräischer  Schilderung
Baumaterial  gefunden  wird  (Exodus  I.  11  und  14)  und  die  Manetho ­
  (p.  1195  ed.  Oberthür)  als  Steinbrüche  (Xiöoiogi'ai  oder
XaToncpiai)  bezeichnet.  Hier  zuerst,  wo  jenes  oben  (S.  28)
erörterte  Gespräch  stattfand,  wird  uns  Moses  in  klaren  Beziehungen ­
  zu  den  Hebräern  geschildert.
Ausdrücklich  wird  aber  auch  berichtet,  dass  er  vor  der
Exodus  einmal  vom  Aussatze,  mindestens  an  den  Händen,  befallen ­
  war.  Es  ist  das  in  Form  eines  Wunders  am  Sinai
(Ex.  4,  6  und  7)  gekleidet,  von  dessen  Gebrauche  doch  später
nicht  mehr  die  Rede  ist.  Man  wird  kaum  bezweifeln  können,
1  Vgl.  oben  §.  5  S.  461  Anrn.  2.
Sitzungüber.  d.  phil.-liist.  CI.  LXXV.  ßd.  I.  Hft.  3
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.