Die Kosmologie und Naturlohre des scholastischen Mittelalters.
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der Feuer- und Wassersphäre befindliche Luftsphäre. 1 Der
Fixsternhimmel aber ist Formwirker der epitellurischen Gestaltungen
und Bildungen, die er urbildlich in sich trägt. 2 Die
Meeresströmungen indess will Albert auf rein physikalische
Weise erklärt wissen. 3 Er gellt hiebei von dem Satze Seneca’s
aus, dass alle Wasser den Niederungen Zuströmen. Was von
den Flüssen und Strömen gilt, muss auch vom Meere gelten.
Darum strömt das Meer von Norden nach Süden; die Oberfläche
des Meeres hat im Norden eine höhere Lage als gegen
Süden hin. Grund dessen ist, dass zufolge der Kälte, die im
Norden herrscht, aus den Luftdünsten fortwährend Wasser sich
ins Meer niederschlägt, während umgekehrt im Süden in demselben
Masse Wasser verdunstet. Es ist da ganz natürlich,
dass der Wasserüberschuss des Nordens gegen Süden abfliesst,
womit sich die durch die erwähnten Ursachen veranlasste Unebenheit
der Meeresoberfläche beständig ausgleicht. Albert
lässt es dahin gestellt sein, ob diese südwärts gehende Strömung
des Meeres vom Nordpol der Erde bis zum Südpol gehe,
oder bloss bis in die Aequatorialzone reiche, ist aber geneigt,
das Erstere anzunehmen, und erklärt sich gegen die von Plato
vorgenommene Eintheilung der Himujels- und Erdzonen,, welcher
zufolge der Aequatorring den heissesten Tlieil der Erde
umspannen würde. Aethiopien, das heisseste Land der Erde,
liegt, wie Ptolomäus, Avicenna, Abumasar lehren und allgemein
angenommen werde, nicht unter dem Aequator, sondern unter
dem südlichen Wendekreise; mithin wirkt die Sonne auf die
Südhälfte des Erdkörpers weit intensiver ein als auf die Nordhälfte,
was man sich daraus zu erklären hat, dass die Sonnen-1
Unde motus aeris moti — fügt Albert bei — diversi sunt, sicut diversus
est valde motus dictorum planetarum, et est in aere frigus congelativum
ex sphaefa Saturni et aestus ex sphaera Martis et temperies in frigido
ex sphaera Veneris et commiscibilitas et passibilitas facilis ex sphaera
Mercurii. Ibid.
2 Sphaera autem stellarum multarüin, quae est octava, in qua sunt multae
imagines et figurae, movent terram, unde etiam in ipsa figurantur multae
imagines in generatis. Ibid.
3 Meteor. II, tract. 3, c. 6.
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