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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 75. Band, (Jahrgang 1873)

Die  Kosmologie  und  Naturlohre  des  scholastischen  Mittelalters.

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der  Feuer-  und  Wassersphäre  befindliche  Luftsphäre. 1  Der
Fixsternhimmel  aber  ist  Formwirker  der  epitellurischen  Gestaltungen ­
  und  Bildungen,  die  er  urbildlich  in  sich  trägt. 2  Die
Meeresströmungen  indess  will  Albert  auf  rein  physikalische
Weise  erklärt  wissen. 3  Er  gellt  hiebei  von  dem  Satze  Seneca’s
aus,  dass  alle  Wasser  den  Niederungen  Zuströmen.  Was  von
den  Flüssen  und  Strömen  gilt,  muss  auch  vom  Meere  gelten.
Darum  strömt  das  Meer  von  Norden  nach  Süden;  die  Oberfläche ­
  des  Meeres  hat  im  Norden  eine  höhere  Lage  als  gegen
Süden  hin.  Grund  dessen  ist,  dass  zufolge  der  Kälte,  die  im
Norden  herrscht,  aus  den  Luftdünsten  fortwährend  Wasser  sich
ins  Meer  niederschlägt,  während  umgekehrt  im  Süden  in  demselben ­
  Masse  Wasser  verdunstet.  Es  ist  da  ganz  natürlich,
dass  der  Wasserüberschuss  des  Nordens  gegen  Süden  abfliesst,
womit  sich  die  durch  die  erwähnten  Ursachen  veranlasste  Unebenheit ­
  der  Meeresoberfläche  beständig  ausgleicht.  Albert
lässt  es  dahin  gestellt  sein,  ob  diese  südwärts  gehende  Strömung ­
  des  Meeres  vom  Nordpol  der  Erde  bis  zum  Südpol  gehe,
oder  bloss  bis  in  die  Aequatorialzone  reiche,  ist  aber  geneigt,
das  Erstere  anzunehmen,  und  erklärt  sich  gegen  die  von  Plato
vorgenommene  Eintheilung  der  Himujels-  und  Erdzonen,,  welcher ­
  zufolge  der  Aequatorring  den  heissesten  Tlieil  der  Erde
umspannen  würde.  Aethiopien,  das  heisseste  Land  der  Erde,
liegt,  wie  Ptolomäus,  Avicenna,  Abumasar  lehren  und  allgemein
angenommen  werde,  nicht  unter  dem  Aequator,  sondern  unter
dem  südlichen  Wendekreise;  mithin  wirkt  die  Sonne  auf  die
Südhälfte  des  Erdkörpers  weit  intensiver  ein  als  auf  die  Nordhälfte, ­
  was  man  sich  daraus  zu  erklären  hat,  dass  die  Sonnen-1

  Unde  motus  aeris  moti  —  fügt  Albert  bei  —  diversi  sunt,  sicut  diversus
est  valde  motus  dictorum  planetarum,  et  est  in  aere  frigus  congelativum
ex  sphaefa  Saturni  et  aestus  ex  sphaera  Martis  et  temperies  in  frigido
ex  sphaera  Veneris  et  commiscibilitas  et  passibilitas  facilis  ex  sphaera
Mercurii.  Ibid.
2  Sphaera  autem  stellarum  multarüin,  quae  est  octava,  in  qua  sunt  multae
imagines  et  figurae,  movent  terram,  unde  etiam  in  ipsa  figurantur  multae
imagines  in  generatis.  Ibid.
3  Meteor.  II,  tract.  3,  c.  6.

Sitzungflber.  d.  phil.-hist.  CI.  LXXV.  Bd.  III.  Hft.

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