Werner.
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sichten, auf welche wir hier nicht weiter eingehen, auch jene
Soneca’s, der die Kometen für siderische Phänomene von nicht
näher bestimmbarer Natur halte; eine blosse Lufterscheinung
könne, bemerkt Seneca, der Komet nicht sein, da er viel
länger andaure, und von dem flüchtigen und beweglichen Wesen
der Luftphänomene nichts an sich habe. So wäre denn unter
allen Physikern und Naturphilosophen des Alterthums und
Mittelalters einzig Seneca der richtigen Erkenntniss des Wesens
der Kometen auf die Spur gekommen. Albert erklärt sich
gegen ihn aus dem Grunde, weil die Kometen nicht wie die
Gestirne nach Durchmessung der Hemisphäre des Himmels am
Horizonte untergeben, sondern bevor sie zum Niedergange
kommen, erlöschen; diess ergebe sich aus zwei von Seneca
selber angegebenen Fällen. 1
Vom Luftelement auf das Wasserelement übergehend, deducirt
Wilhelm von Conches 2 zuerst die Nothwendigkeit desselben
; die Erde kalt und trocken, bedarf wie der Wärme, so
auch der Feuchtigkeit. Der allgemeine Feuchtigkeitsquell der
Erde ist ein grosses Wasserbecken in der Mitte der heissen
Zone, welches in der Richtung des Aequators sich über die
Erde hinstreckt. Dieser langgestreckte Wasserbehälter theilt
sich am Ost- und Westrande unserer Hemisphäre in je zwei
Strömungen, deren eine nordwärts, die andere südwärts geht.
Die beiden nordwärts gehenden Strömungen prallen aufeinander
und erzeugen das Phänomen der Ebbe und Fluth. Andere halten
den Aufgang und Untergang des Mondes für die Ursache dieses
Phänomens. Wilhelm anerkennt den Einfluss des Mondes
auf das Meer, postulirt ihn aber nicht für die Erklärung des
täglich eintretenden Wechsels von Fluth und Ebbe, sondern
für die monatlichen Hebungen und Senkungen (Springfluthen
und Todtwasser) des Meeres. Der Neumond ist die Zeit der
Hochfluth; denn während dieser Zeit ist die sonnenbeglänzte
und wärme strahl ende Hälfte des Mondes von der Erde völlig
abgekehrt, daher sich unter dem Monde die Luft verdichtet
und in Wasser übergeht. Wie aber der Mond wieder zu wachsen
beginnt, hingt er auch an, die Luft zu trocknen und die Feuehtig-1
Vgl. hierüber Seneca Quaest. Nat. VII, 15.
2 Subst. pliys. lib. V; Elem. phil. lib. TTT.