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W e rner.
Zweifel verscheuchen. 1 Dazu kommt, dass die dieser Stelle
unmittelbar folgenden Bemerkungen Wilhelms mit offenbarer
Beziehung auf das in dem eben citirten Capitol der Quaestt.
Nat. Gesagte vorgebracht sind. Seneca bekämpft in einem
nicht mehr vollständig erhaltenen Excurso jenes Capitels'- die
Ansicht Jener, welche daraus, dass der Regenbogen einen
Halbkreis bildet, folgern, dass nur das halbe Sonnenbild im
Regenbogen wiederscheine. Wilhelm wahrt sich als Eklektiker
dem von ihm benützten Seneca gegenüber das Recht der eigenen
Meinung: Die Sonne spiegelt nicht ihre ganze Scheibe, sondern
nur einen Theil derselben in den Regenwolken ab, der Mond
hingegen, weil er tiefer steht, sein ganzes Bild im Hofe, der
ein Phänomen der niederen, dichten Luftschichte ist.
Seneca’s Erörterungen über die oben besprochenen Lufterscheinungen
werden auch von Albertus Magnus 3 einer ausführlichen
Berücksichtigung unterzogen. Wo Albert, wie in
der Erklärung des Regenbogens, Seneca seine Zustimmung
verweigern zu müssen glaubt, sind ihm mindestens die literargeschichtlichon
Nachweisungen desselben sehr willkommen, die
ihm das Materiale für seine Kritik der Meinungen der Alten
über das genannte Phänomen darbieten. 1 Seneca’s Ansicht
hierüber gibt er in folgender Weise wieder: Seneca scheine
dafürzuhalten, dass in einer thauigen Wolke, welche bereits zu
regnen beginne, so viele Sonnenspiegel als Tropfen seien,
welche ein aus ihrer Gesammtheit zusammengeflossenes Bild
1 Aristoteles ait de arcu: post autumnale aequinoetium qualibet liora diei
arcum fieri, aestate non nisi ineipiente vel declinante jam die. Cujus
rei liane reddit causam: In aestate circa meridiem sol calidissimus nubes
vincit, nec potest imaginem suam ab eis recipere quas scindit. At in
autumni tempore, aut in occasum vergens, qui minus calet, a nubibus
sustineri ac percuti potest. Deinde, cum arcum faeere non soleat nisi
adversis liis, in quibus facit, nubibus, cum dies breviores sunt, semper
nubes obliqua est soli; itaque qualibet die ipse etiam, cum altissimus est,
habet aliquas nubes, quas ex adverso ferire possit. At temporibus aestivis
supra verticem nostrum fertur, itaque medio die excelsissimus terram
rectiore aspicit linea; ideo nullis tune nubibus sibi potest occurri, omnes
enim tune sub se ipso latent. Subst. piiys. lib. V (p. 173 f.).
2 Quaestt. Nat. I, 8 (n 1—5).
3 Meteor. III, tract. 3.
4 0. c., capp. 8 u. 9.