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Werner.
etwas vou den feuchten Wasserdünsten beigemischt ist, weil
sie sonst kein Continuum bilden würden, wie umgekehrt die
feuchten Wasserdünste, die causa materialis des Regens, ohne
Beimischung trockener Erddünste keine bestimmte Gestalt und
Begrenzung anzunehmen vermöchten; jedenfalls aber steht es
fest, dass nur die trockenen Erddünste die causa materialis des
Windphänomens bilden. Die trockenen Erddiinste werden
durch die Sonne emporgehoben und steigen in eine höhere
Region als die feuchten Wasserdiinsto, aber nicht so hoch,
als die feinen trockenen Dünste, welche die causa materialis
feuriger Lufterscheinungen werden; sie bleiben vielmehr in
dem noch kalten Luftbereiche, wo sie von der Kälte durch
Pressung und Verdichtung in Bewegung gesetzt auch ihrerseits
die Luft bewegen. Wenn also — fährt Albert weiter — Scneca
im vierten (fünften) Buche seiner questiones naturales behaupten
zu wollen scheint, das der Wind nichts anderes als eine durch
Wasserdünste bewegte Luft sei, so verkennt er, dass generisch
differente Erscheinungen auch in ihrer radix und causa materialis
differiren müssen; die Winde sind aber ganz gewiss von
den wässerigen Lufterscheinungen verschieden, müssen also
eine von diesen verschiedene radix und causa materialis haben.
Wären die feuchten Dünste die Ursache der Winde, so müssten
diese mit der Vermehrung der feuchten Dünste sich vervielfältigen
; nun aber lehrt die Erfahrung, dass der Niederfall
des Regens, der die Erde durchnässt und damit zu neuen
Dunstbildungen Anlass gibt, die Winde aufhören macht. Albert
berührt in seiner Auseinandersetzung mit Seneca auch dessen
Ansicht über die Entstehungsursache jenes Windes, welchen
die Griechen e'pcokiua? nennen. Da nämlich die von Seneca gegebene
allgemeine Erklärung der Entstehung der Winde hauptsächlich
nur auf Gegenden passt, die eben so reich an Bergen
wie an Wassern sind, so muss Seneca eigene Gründe ausfindig
machen, um die Entstehung des in Wassereichen und sumpfigen
Niederungen wehenden avsp.oc Ej/SK%la.q erklären zu können.
Die von ihm gegebene Erklärung ist dieselbe, die bei Wilhelm
von Conches sich findet; nur dass dieser statt e-pcoXma;
das Wort ,endophian‘ hat, das nach ihm der griechische Ausdruck
für Flatus Lucani 1 sein soll. Auch die Eintheilung und
1 Soll heissen: Flatus antelueani; vgl. Seneca Quaestt. Nat. V, 7.