Die Kosmologie und Naturlehre des scholastischen Mittelalters.
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nicht absprechen können. AlsBeispiele solcher terrestrischer virtutes
occultae führt Wilhelm den Basiliskenblick, ferner die medicinischen
Wirkungen des Rhabarbers, Theriaks, der Mirabellen und
einzelner Edelsteine an; der Saphir soll die Fieberhitze und den
Anthrax verscheuchen, der Jaspis, dessen Anblick die Schlangen
nicht vertragen können, wird von Adlern zum Schutze ihrer
Jungen in’s Nest genommen. Die Haut des Seekalbes soll den
Blitz abwenden, das Herz des Wiedehopfes die Ameisen vertreiben,
die Galle des Raben die Menschen von' dem Orte, wo
sie verborgen ist, verscheuchen; die Schafe fliehen das apum
raninum als etwas Tödtliches, dessen Bild merkwürdigerweise
ihrer Leber eingezeichnet ist. Die Olive verträgt es nicht,
durch eine Buhlerin gepflanzt zu werden; um nicht zu verdorren
oder unfruchtbar zu bleiben, muss ihr zarter Keim von
reinen Händen betreut werden. Derlei Beispiele verleihen
nach Wilhelms Ansicht dem Glauben an geheimnissvolle Kräfte
der Sterne eine rationelle Unterlage; denn was irdischen Körpern
zukommt, wird in ungleich höherem Grade den an Grösse
und Vollkommenheit ihnen überlegenen Himmelskörpern nicht
abgesprochen werden können. Es ist aber unzulässig, den
Sternkräften solche Wirkungen beizulegen, welche mit dem
Glauben an die göttliche Vorsehung und Weltregierung nicht
vereinbar sind. Gleichwie es widersinnig ist, gewissen Steinen
das Vermögen beizulegen, Unbesiegbarkeit, Anmuth, Massigkeit,
Keuschheit u. s. w. zu verleihen, so ist es widersinnig
und abgeschmackt, zu glauben, dass man durch gewisse im Aufgange
eines bestimmten Gestirns gegossene oder gezeichnete
Sternbilder Wirkungen erzielen könne, welche in das vorsehende
und weltregierende Walten Gottes eingreifen würden. Ptolomäus
meint freilich in seinem Centilogium, dass die Wirkungen solcher
Bilder nach Analogie von Bildern oder Siegeln eines Königs zu
verstehen seien; dabei wird aber übersehen, dass diese Bilder oder
Siegel nur denjenigen, der sie als Zeichen der königlichen Allgewalt
erkennt, zu jenen Handlungen oder Unterlassungen, die im
Namen des Königs geboten werden, bestimmen. Man wende
nicht ein, dass ein gewisser verborgener sensus naturalis für
die Wirkungen solcher Bilder im Menschen vorhanden sei. Es
gibt allerdings eine instinctive Wahrnehmung von Dingen,
durch welche das innerste Gefühl des Menschen abg'estossen
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