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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 75. Band, (Jahrgang 1873)

Die  Kosmologie  und  Naturlehre  des  scholastischen  Mittelalters.

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nicht  absprechen  können.  AlsBeispiele  solcher  terrestrischer  virtutes
  occultae  führt  Wilhelm  den  Basiliskenblick,  ferner  die  medicinischen
  Wirkungen  des  Rhabarbers,  Theriaks,  der  Mirabellen  und
einzelner  Edelsteine  an;  der  Saphir  soll  die  Fieberhitze  und  den
Anthrax  verscheuchen,  der  Jaspis,  dessen  Anblick  die  Schlangen
nicht  vertragen  können,  wird  von  Adlern  zum  Schutze  ihrer
Jungen  in’s  Nest  genommen.  Die  Haut  des  Seekalbes  soll  den
Blitz  abwenden,  das  Herz  des  Wiedehopfes  die  Ameisen  vertreiben, ­
  die  Galle  des  Raben  die  Menschen  von'  dem  Orte,  wo
sie  verborgen  ist,  verscheuchen;  die  Schafe  fliehen  das  apum
raninum  als  etwas  Tödtliches,  dessen  Bild  merkwürdigerweise
ihrer  Leber  eingezeichnet  ist.  Die  Olive  verträgt  es  nicht,
durch  eine  Buhlerin  gepflanzt  zu  werden;  um  nicht  zu  verdorren ­
  oder  unfruchtbar  zu  bleiben,  muss  ihr  zarter  Keim  von
reinen  Händen  betreut  werden.  Derlei  Beispiele  verleihen
nach  Wilhelms  Ansicht  dem  Glauben  an  geheimnissvolle  Kräfte
der  Sterne  eine  rationelle  Unterlage;  denn  was  irdischen  Körpern ­
  zukommt,  wird  in  ungleich  höherem  Grade  den  an  Grösse
und  Vollkommenheit  ihnen  überlegenen  Himmelskörpern  nicht
abgesprochen  werden  können.  Es  ist  aber  unzulässig,  den
Sternkräften  solche  Wirkungen  beizulegen,  welche  mit  dem
Glauben  an  die  göttliche  Vorsehung  und  Weltregierung  nicht
vereinbar  sind.  Gleichwie  es  widersinnig  ist,  gewissen  Steinen
das  Vermögen  beizulegen,  Unbesiegbarkeit,  Anmuth,  Massigkeit, ­
  Keuschheit  u.  s.  w.  zu  verleihen,  so  ist  es  widersinnig
und  abgeschmackt,  zu  glauben,  dass  man  durch  gewisse  im  Aufgange ­
  eines  bestimmten  Gestirns  gegossene  oder  gezeichnete
Sternbilder  Wirkungen  erzielen  könne,  welche  in  das  vorsehende
und  weltregierende  Walten  Gottes  eingreifen  würden.  Ptolomäus
meint  freilich  in  seinem  Centilogium,  dass  die  Wirkungen  solcher
Bilder  nach  Analogie  von  Bildern  oder  Siegeln  eines  Königs  zu
verstehen  seien;  dabei  wird  aber  übersehen,  dass  diese  Bilder  oder
Siegel  nur  denjenigen,  der  sie  als  Zeichen  der  königlichen  Allgewalt ­
  erkennt,  zu  jenen  Handlungen  oder  Unterlassungen,  die  im
Namen  des  Königs  geboten  werden,  bestimmen.  Man  wende
nicht  ein,  dass  ein  gewisser  verborgener  sensus  naturalis  für
die  Wirkungen  solcher  Bilder  im  Menschen  vorhanden  sei.  Es
gibt  allerdings  eine  instinctive  Wahrnehmung  von  Dingen,
durch  welche  das  innerste  Gefühl  des  Menschen  abg'estossen
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