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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 75. Band, (Jahrgang 1873)

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Werner.

Genus  der  körperlichen  Bewegung  fallen;  die  Ungleichheit,
Difformität  und  Variabilität  der  natürlichen  irdischen  Bewegungs-Vorgänge
  und  Bewegungsverhältnisse  involvirt  die  Nöthigung,
auf  eine  physische  Bewegungsursache  zurückzugehen,  welche
über  die  Ungleichheit,  Difformität  und  Variabilität  hinausgestellt ­
  ist,  und  eine  solche  Ursache  bietet  sich  eben  in  den
himmlischen  Körpern  dar,  die  selber  noch  der  Bewegung  unterworfen ­
  sind,  deren  Bewegungen  aber  über  die  Unvollkommenheiten ­
  der  irdischen  Bewegungsverhältnisse  hinausgestellt  sind,
so  wie  auch  sie  selber  als  invariable  Substanzen  über  die
allen  Arten  der  Veränderung  unterworfenen  irdischen  Körper
hinausgestellt  sind.  Sie  sind  mit  einem  Worte  das  Erste  und
Höchste  in  genere  mobilium,  und  darum  aucli  die  höchste
physische  Ursache  aller  irdischen  Bewegungsvorgänge;  daher
die  Vorgänge  der  irdischen  Generation  und  Corruption,  der
Alteration  und  alle  sonstigen  Arten  irdischer  Bewegungen  auf
sie  zurückgeführt  werden  müssen.  Die  siderischen  Einwirkungen ­
  beschränken  sich  allerdings  auf  das  Körperliche  als
solches;  da  aber  die  sinnlichen  Apperceptionen  actus  corporis
sind,  so  kann  allerdings  die  Inclination  oder  Disposition  zu
einer  bestimmten  Art  dieser  actus,  z.  B.  zum  Zorne,  zur  sinnlichen ­
  Begierlichkeit,  durch  siderische  Einwirkung  hervorgebracht ­
  werden.  Aber  über  den  Bereich  der  vires  sensibiles
hinaus  reicht  dieser  Einfluss  nicht.  Sie  können  wohl  per  accidens
  auch  den  Intellect  und  weiterhin  den  Willen  gefangen
nehmen;  diess  ist  jedoch  keine  unmittelbare  und  naturnothwendige
  Wirkung  der  Gestirne.  Unmittelbar  auf  den  menschlichen ­
  Intellect  können  nur  Gott  und  die  höheren  Geister
wirken,  auf  den  menschlichen  Willen  aber  einzig  Gott.  Denn
die  Rangordnung  der  mobilia  und  jene  der  moventia  müssen
sich  wechselseitig  entsprechen;  somit  gehen  Gott,  Engel,  Gestirne ­
  parallel  mit  der  entsprechenden  Reihe  der  mobilia:
Wille,  Intellect,  sinnliche  Kräfte.
Wilhelm  von  Auvergne  meint,  der  Glaube  an  siderische
Einflüsse  auf  die  Erdsphäre  habe  seine  rationelle  Unterläge  in
der  durch  Erfahrung  festgestellten  Wirkungsmacht  gewisser  Thiere,
Kräuter  und  Steine;  wenn  diesen  gewisse  geheimnissvolle  Kräfte
zukommen,  die  niemand  bestreitet,  werde  man  auch  den  Gestirnen ­
  bestimmte  geheimnissvolle  Beeinflussungen  des  Erdlebens
            
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