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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 75. Band, (Jahrgang 1873)

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Büdinge  r.

ist  (§.  6  S.  462),  wurde  uns  übrigens  eine  ausdrückliche  Bezeugung ­
  über  seine  Herkunft  erhalten.  Von  Zipora  und  deren
Schwestern  wird  er  (Exodus  2,  19)  seinem  spätem  Schwiegervater ­
  als  ,ein  egyptischer  Mann'  (isch  Mizri)  geschildert  —
genau  wie  der  mythische  (§.  7  S.  479)  Gardeoberst  Potiphar
(Genesis  39,  1)  und  der  Vater  des  halbbürtigen  Jahvelästerers
(Levit.  24,  10,  vgl.  §.  4  S.  456)  bezeichnet  ist.  Das  kann  nun
schlechtersdings  nur  einen  Egypter 1  bezeichnen  und  keineswegs ­
  einen  von  Egypten  Kommenden.  Denn  der  Egypter
unterschied  sich  von  allen  Semitenstämmen  durch  das  rasierte
Haupt  und  den  Mangel  der  anschliessenden  Tunica;  unter
so  vielen  Abbildungen  an  Gräbern,  Tempeln  und  Palästen,
welche  das  verdeutlichen,  tritt  dieser  Gegensatz  besonders
sprechend  bei  der  so  oft  wiederholten  Abbildung  der  Semitengesandtschaft ­
  in  Chnumhotep’s  Grabe  zu  Benihassan  hervor.
Vollends  ein  egyptischer  Priester  musste  aber  unter  einer
semitischen  Bevölkerung  durch  seine  völlige  Haarlosigkeit
höchlich  auffallen. 2
Als  einem  ihrem  Volke  Fremden  begegnen  denn  auch
die  Hebräer  Moses  bei  seinem  ersten  Versuche,  eine  leitende
Stellung  unter  ihnen  einzunehmen.  Sichtlich  nach  seinen  eigenen
Mittheilungen  —  weil  für  den  Zusammenhang  unnüthig  und
für  ihn  selbst  nur  eine  heitere  Reminiscenz  —  wird  (Exodus ­
  2)  berichtet,  wie  zwei  streitende  ,Hebräer'  seine  Vermittlung ­
  ablehnten,  indem  sie  ihn  schroff  an  einen  neuerlichen ­
  Todtschlag  eines  Egypters  erinnerten,  obwohl  derselbe
in  Vertheidigung  eines  ihrer  Stammgenossen  geschehen  war;
ausdrücklich  bemerken  sie  ihm:  ,wer  hat  Dich  zum  fürstlichen
Mann  und  Richter  über  uns  gesetzt?'  Sie  bedeuten  ihm  damit,

1  Die  Erzählung  von  der  Moses  zu  Theil  gewordenen  Gastfreundschaft
hat  eine  frappante  Analogie  mit  der  viel  iiltern,  Sineh  bei  seiner  Expedition ­
  nach  dem  südlichen  Palästina  unter  der  12.  Dynastie  zu  Theil
gewordenen.  (Chabas,  les  papyrus  hidratiques  de  Berlin,  p.  30).  Sineh
lehnte  aber  patriotisch  die  Einladung  der  freundlichen  semitischen  Hirten
ab,  die  ihn  bei  Kamuen  gefragt  hatten,  ob  er  aus  Egypten  sei  und  ihm
dann  Land  anboten.
2  Herodot  II,  37.
            
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