Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 75. Band, (Jahrgang 1873)

Werner.

326
während  die  mit  ihnen  verknüpfte  sachliche  Vorstellung'  noch
älter  ist.  1  Hrabanus  erwähnt  in  einer  Glosse  zu  5  Mos.  10,  14,
dass  Einige  drei  Himmel  unterscheiden:  coelum  sidoreum,
aethereum,  aerium,  Andere  aber  sieben  Himmel  aufzählen:
coelum  angelorum,  aqueum,  firmamentum,  igneum,  olympium,
aethereum,  aerium.  Albertus 2  versucht  sich  in  einer  Ableitung
dieses  Septenars,  bei  welcher  er  den  Gegensatz  lichtspendender
und  lichtempfangender  Regionen  des  Himmels  zu  Grunde  legt.
Empyreum,  Krystallhimmel  und  Firmamenthimmel  sind  Liclitspender,
  unterscheiden  sich  aber  von  einander  als  uniforme
non  motum,  uniforme  motum,  motum  non  uniforme.  Die  lichtempfangenden ­
  Regionen  des  Himmels  lassen  sich  scheiden  in
solche,  welchen  das  Licht  unabtrennbar  eignet,  und  andere,
welchen  es  nicht  unabtrennbar  zu  Theil  wird.  Als  jenen  Lichtempfänger ­
  ,  der  des  Lichtes  niemals  verlustig  geht,  glaubt
Albert  im  Sinne  Hrabans  die  Feuersphäre  bezeichnen  zu  müssen,
deren  obere  convexe  Fläche  das  coelum  igneum,  sowie  die
untere  concave  das  coelum  olympium  Hrabans  sei.  Wenn
Albertcommentirend  hinzufügt,  die  lichtgebenden  oberen  Himmel
seien  aus  der  essentia  quinta  geformt,  so  kann  dies  nur  als
ein  relativ  richtiges  Interpretamont  bezeichnet  werden,  da
Hrabanus  in  der  Tliat  nur  vier  Grundstoffe  des  sichtbaren
Universsum  kennt  und  das  Licht  mit  dem  Feuer  identisch  nimmt, 3
aber  freilich  das  Licht  als  besondere  Schöpfung  der  chaotischen
Stoffmasse  gegenüb  erstellt.  1

1  Vgl.  Beda  nat.  rer.,  cc.  7.  8.
2  O.  c.  II,  qu.  54;  vgl,  auch  Thom.  Aq.  2  dist.  qu.  14,  art.  4.
3  Coelum  angelis,  aerem  volucribus,  mare  piseibus,  terram  hominibus  .  .  .
creator  implevit.  Univ.  IX,  c.  2.
4  Lux  post  creationem  coeli  et  terrae  (vgl.  1  Mos.  1,  1)  a  Creatore  primum
formata  est  ad  raanifestanda  et  declaranda  opera  Boi.  Lux  ij)sa  substantia
est;  lumen  a  luce  manat,  id  est  candor  lucis  (Univ.  IX,  7).  —  Si  autem
quaeritur,  quibus  in  locis  jubento  Deo  facta  sit  lux,  cum  adhuc  abyssus
oranem  terrae  amplitudinem  contegeret,  patet  profecto,  quia  in  superioribus
  ejusdem  terrae  partibus,  quas  et  nunc  divina  lux  solis  illustrare
eonsuevit,  tune  principalis  illa  lux  emieuit.  (Enarratio  in  Genesin,  Lib.  I,
c.  2).  Der  Aufgangsort  des  neugeschaffenen  Lichtes  ist  also  der  sichtbare ­
  Himmel  oder  das  Firmament,  wie  Hrabanus  Univ.  IX,  3  sagt.  Er
bemerkt  aber  weiter:  Appellatur  autem  idem  locus  aethra,  in  quo  sidera
sunt,  et  significat  cum  ignem,  qui  a  toto  mundo  in  altum  separatus  est.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.