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Die Kosmologie Wilhelms von Coiiclies hat fast ausschliesslich
das sichtbare Universum zu seinem Inhalte und
baut sich über der Grundlehre von den vier Elementen der
sichtbaren Wolt auf. 1 Unter den Elementen versteht man die
kleinsten einfachen Theilc des Sichtbaren. 2 Man kommt auf
die Elemente durch Roduction der sinnefälligen Körper auf
ihre letzten Grundbestandteile. Man unterscheidet z. B. am
Menschenkörper zunächst die organischen Glieder (Hand, Fuss
u. s. w.), an diesen unterscheidet man weiter das Gleichartige
(consimile) z. B. Fleisch, Knochen; das Gleichartige wird in
seine Flüssigkeiten (humores) aufgelöst, die lmmores werden
sodann in ihre Grundbestandteile (elementa) zerlegt, deren
man vier zählt. Bis auf die gleichartigen Tlieile kann die
Scheidung actuell vollzogen werden; die weiter folgenden Kcductionen
der partes consimiles auf humores, der humores auf
die elementa hissen sich nur im Gedanken vollziehen. Die
Elemente haben jedes zwei distinctive Qualitäten an sieh; das
eine ist kalt und trocken, das andere kalt und feucht, das dritte
warm und feucht, das vierte warm und trocken: Erde, Wasser,
Luft, Feuer. Die Qualitäten selber kann man nicht Elemente
nennen; die Qualitäten sind in den Elementen und gehören
ihnen unverlierbar an. Die Elemente sind die unauflöslichen
kleinsten, unsichtbaren Tlieile des körperlich Erscheinenden.
Von den Elementen als Grundtheilchen alles Körperlichen
muss man die nach ihnen benannten vier kosmischen Elementarkörper
unterscheiden, deren jeder einzelne zwar vorwiegend,
aber nicht ausschliesslich und unvcrmischt aus jener Art der
Grundtheilchen, deren Namen er trägt, zusammengesetzt ist.
Das die kosmische Feuersphäre füllende Feuer besteht wohl
vorwiegend aus Theilchen, welche warm und trocken sind; cs
sind ihnen aber auch Theilchen der übrigen Elemente beigemengt.
In ähnlicher Weise verhält es sich mit jedem der
drei übrigen grossen Elementarkörper, deren jedem auch Theilchen
der übrigen Elemente beigemischt sind. Jeder der vier
1 Ueber die Lehre von den Elementen handelt Wilhelm: Elementa philosophiae
Lib. I. und Subst. phys. Lib. I u. II.
2 Elementum est. simpla et minima alicujus corporis particula (Eiern,
philos.). — Elementum est, quod in constitutione corporis invenitur
primurn, in resolutione postremum (Subst. phys.).