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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 75. Band, (Jahrgang 1873)

W  einer.

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Die  Kosmologie  Wilhelms  von  Coiiclies  hat  fast  ausschliesslich ­
  das  sichtbare  Universum  zu  seinem  Inhalte  und
baut  sich  über  der  Grundlehre  von  den  vier  Elementen  der
sichtbaren  Wolt  auf. 1  Unter  den  Elementen  versteht  man  die
kleinsten  einfachen  Theilc  des  Sichtbaren. 2  Man  kommt  auf
die  Elemente  durch  Roduction  der  sinnefälligen  Körper  auf
ihre  letzten  Grundbestandteile.  Man  unterscheidet  z.  B.  am
Menschenkörper  zunächst  die  organischen  Glieder  (Hand,  Fuss
u.  s.  w.),  an  diesen  unterscheidet  man  weiter  das  Gleichartige
(consimile)  z.  B.  Fleisch,  Knochen;  das  Gleichartige  wird  in
seine  Flüssigkeiten  (humores)  aufgelöst,  die  lmmores  werden
sodann  in  ihre  Grundbestandteile  (elementa)  zerlegt,  deren
man  vier  zählt.  Bis  auf  die  gleichartigen  Tlieile  kann  die
Scheidung  actuell  vollzogen  werden;  die  weiter  folgenden  Kcductionen
  der  partes  consimiles  auf  humores,  der  humores  auf
die  elementa  hissen  sich  nur  im  Gedanken  vollziehen.  Die
Elemente  haben  jedes  zwei  distinctive  Qualitäten  an  sieh;  das
eine  ist  kalt  und  trocken,  das  andere  kalt  und  feucht,  das  dritte
warm  und  feucht,  das  vierte  warm  und  trocken:  Erde,  Wasser,
Luft,  Feuer.  Die  Qualitäten  selber  kann  man  nicht  Elemente
nennen;  die  Qualitäten  sind  in  den  Elementen  und  gehören
ihnen  unverlierbar  an.  Die  Elemente  sind  die  unauflöslichen
kleinsten,  unsichtbaren  Tlieile  des  körperlich  Erscheinenden.
Von  den  Elementen  als  Grundtheilchen  alles  Körperlichen
muss  man  die  nach  ihnen  benannten  vier  kosmischen  Elementarkörper ­
  unterscheiden,  deren  jeder  einzelne  zwar  vorwiegend,
aber  nicht  ausschliesslich  und  unvcrmischt  aus  jener  Art  der
Grundtheilchen,  deren  Namen  er  trägt,  zusammengesetzt  ist.
Das  die  kosmische  Feuersphäre  füllende  Feuer  besteht  wohl
vorwiegend  aus  Theilchen,  welche  warm  und  trocken  sind;  cs
sind  ihnen  aber  auch  Theilchen  der  übrigen  Elemente  beigemengt. ­
  In  ähnlicher  Weise  verhält  es  sich  mit  jedem  der
drei  übrigen  grossen  Elementarkörper,  deren  jedem  auch  Theilchen ­
  der  übrigen  Elemente  beigemischt  sind.  Jeder  der  vier
1  Ueber  die  Lehre  von  den  Elementen  handelt  Wilhelm:  Elementa  philosophiae
  Lib.  I.  und  Subst.  phys.  Lib.  I  u.  II.
2  Elementum  est.  simpla  et  minima  alicujus  corporis  particula  (Eiern,
philos.).  —  Elementum  est,  quod  in  constitutione  corporis  invenitur
primurn,  in  resolutione  postremum  (Subst.  phys.).
            
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