Die Kobinulogie und Naturlehre des Boholaetiechen Mittelalters.
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ErklärungsgTund in der göttlichen Weisheit und Güte, sowie
im göttlichen Machtwillen hat. Die aus dem platonischen
Timäus entlehnte Idee einer Weltseele, 2 von welcher er in
seinen Elementis philosophiae sagt, dass er sie in früheren
seiner Schriften mehrfach behandelt habe, lässt er, wie schon
bemerkt, in seinem letzten Werke stillschweigend fallen. Das
Universum scheidet er unter Berufung auf Plato in fünf concentrische
Regionen, 1 deren oberste der Himmel, die unterste
und tiefste die Erde ist; die drei mittleren sind Aether-, Luftund
Wasserregion. Die himmlische Region ist mit der Fixsternsphäre
identisch, die Aetherregion reicht bis zur Mondessphäre
herab; unterhalb dieser beginnt die Luftregion, näher
der obere Lufthimmel, von welchem der niedere Lufthimmel
oder wässerige Wolkenhimmel als die an die Erde grenzende
Region der Feuchte unterschieden wird. Keine dieser fünf
Regionen sollte nach dem Beschlüsse des Weltschöpfers ohne
vernunftbegabtes Wesen sein. Der obersten Region ziemten
unsterbliche leidenlose Wesen, der untersten Region leidensfähige
sterbliche Vernunftwesen; die den mittleren Regionen
ungehörigen Wesen sollten etwas von den Qualitäten der Himmelswesen
und etwas von jenen der vernunftbegabten Erdenbewohrier
an sich haben, also zwar unsterblich, aber leidensfähig
sein. Demzufolge ergeben sich folgende fünf Classen
vernunftbegabter Wesen:
Animal coeleste = rationale, immortale, impatibile.
Animal aethereum = rationale, immortale, patibile.
Animal aeriurn = rationale, immortale, patibile.
Animal humoctum = rationale, immortale, patibile.
Animal terrestre = rationale, mortale.
Die zwischen den leidenlosen Himmelswesen und den, dem
Leiden und Tode unterworfenen Menschen eingefügten Mittelwesen,
welche die drei mittleren Regionen bewohnen, scheiden
sich abermals nach ihrer ethischen Qualität in zwei differente
Classen; die der Aetherregion und der oberen Luftregion ungehörigen
Geistwesen sind gute Dämonen, die dem trüben
1 Vgl. uiiserri Aufsatz über die christlichen Platoniker des zwölften Jahrhunderts,
S. 18, Anm. 1. (Sitzungsberichte Bd. LXXIV. S. 136).
2 Vgl. Elem. phil., Lib. I, und Subst. pliys. Lib. I.