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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 75. Band, (Jahrgang 1873)

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Büdinger.

im  Altegvptischen 1  konnte  der  Name  von  den  Hebräern
Osalsyf  gesprochen  und  die  erste  Hälfte  desselben  mit  sal  oder
hassal  identificiert  werden.  Bei  dieser  Auffassung-  enthält  die
zweite  Hälfte  des  Namens  das  beiden  Völkern  gemeinsame,
wahrscheinlich  aber  von  den  Hebräern  aus  dem  Egyptischen
entlehnte 2  Wort  für  Schilf  (suf).  Mit  dieser  mühelosen  Erklärung ­
  des  Namens 3  war  aber  der  Kern  der  Aussetzungsgeschichte ­
  gegeben,  und  mit  der  Annahme  der  letztem  wäre
jede  andere  als  eine  königliche  Bettung  und  Erziehung  ausgeschlossen ­
  gewesen.
Mit  dem  echten  Namen  des  Befreiers  treiben  die  alten
Ueberlieferungen  ein  durchsichtiges  Spiel.  Der  ,Herausführer'
wird  nicht  nur  selbst  aus  dem  Suf  (Schilfe)  gezogen,  sondern
führt  auch  das  Volk  aus  dem  Meere  von  Suf,  d.  h.  des  Schiitortes ­
  (Knobel,  Exodus  132  flgde).
Besonders  merkwürdig  erscheinen  nunmehr  zwei  Fragmente, ­
  welche  sich  in  fremder  Umgebung  erhalten  haben
(Exodus  13,  17—19;  15,  22)  und  die  älteste  Form  der  Durchzugsgeschichten ­
  durch  das  rothe  Meer  zu  enthalten  scheinen.
Zusammen  genommen  besagen  diese  beiden  Stücke,  dass  die
Gottheit  (Elohim)  das  vor  einem  Kriege  ,im  Lande  der  Philister' ­
  bangende  Volk  ,durch  die  Wüste  zum  Meere  von  Suf'
und  dann  Moses  das  Volk  samt  ,den  Gebeinen  Josef’s  von
dem  Meere  von  Suf  zur  Wüste  von  Sur  geführt'  habe. 4  Diese
zusammenhängenden  Sätze  widersprechen  nun  freilich  dem
authentischen  Stationenverzeichnisse  (Numeri  33), 5  nach  welchem ­
  das  Volk  überhaupt  erst  viel  später  (Vers  10  und  11)

1  Brugsch,  Wörterbuch  III.  838,  883.
2  Gesenius  thesaurus  943  s.  v.  und  Knobel,  Exodus  134.
3  äjib  tou  ev  'IIXioujtoXei  Oeou  ’OafpE«?  (c.  26  p.  1204;  c.  28  p.  1208  Oberthür) ­
  erklärt  Manetho,  nach  Lauth  a.  a.  0.  theoretisch  so  viel  als  ,Osiriskind ­
 1  möglich;  aber  ihrerseits  sei  diese  Ableitung  lexicalisch  nicht  nachweisbar. ­

4  Beide  Stellen  werden  gewöhnlich  mit  dem  Zusammenhänge,  in  dem  sie
sich  finden,  jüngeren  Kedactoren  zugeschrieben.  Schräder  (Einl.  S.  283
n.  28)  hält  mindestens  eine  ,strenge  Scheidung  im  Einzelnen 1  für  unthunlich.

5  Nur  Vers  4  die  Erschlagung  der  Erstgeburt  und  in  Vers  8  die  leicht
auszuscheidende  Meerpassage  sind  in  dies  gleichzeitige  Document  interpoliert. ­

            
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