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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 75. Band, (Jahrgang 1873)

Egyptische  Einwirkungen  auf  hebräische  Culte.

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lieferten  Namen  seiner  Eltern  und  sonstigen  Vorfahren,  wie
von  aller  Blutsverwandtschaft  mit  Aaron  und  Mirjam  abzusehen
ist,  dass  auch  er  notorisch  keinem  der  zwölf  hebräischen
Stämme  angehört.  Ganz  anders  aber  als  mit  Aaron’s,  von
keinem  der  biblischen  Autoren  erklärten  und  bis  heute  dunklen
Namen  steht  es  mit  dem  seinigen.  Diesen  bringt  schon  der
älteste  hebräische  Bericht  über  seine  Kindheit  (Exod.  2,  10)
mit  dem  Verbum  maschah,  herausziehen,  und  unzweifelhaft
richtig,  in  Verbindung.  Verkehrt 1  ist  dabei  nur  die,  der
noch  zu  erörternden  Absicht  jenes  Berichtes  freilich  entsprechende ­
  passivische  Deutung,  da  der  Name  nur  herausziehend ­
  und  nicht  herausgezogen  bedeutet. 2
Mit  Recht  ist  nun  freilich  längst  von  Anderen  bemerkt
worden,  dass  eine  Tochter  des  Pharao  einem  aufgefundenen
Kinde  nicht  wol  einen  anderen  als  egyptischen  Namen  habe
geben  können;  die  von  Vielen  desshalb  vermuthetete  Ableitung ­
 3  von  dem  egyptischen  mes,  erzeugen,  zur  Welt  kommen,
und  die  von  mehreren  neueren  Gelehrten  angenommene  Identität ­
  von  Moses  mit  dem  egyptischen  Eigennamen  Mesu  (Kind)
verbietet  sich  aber  durch  die  Beobachtung,  dass  der  s-Laut
dieses  egyptischen  Wortes  —  so  wie  die  Hebräer  Ramses
(Ra-messu)  mit  zwei  Samech  schrieben  —  mit  Me.su  wiedergegeben ­
  worden  wäre; 4  die  Schreibung  des  Namens  Moses
durch  Moscheh  mit  einem  Schin  wird  aber  durch  die  oben
erwähnte  alte  Ableitung  des  Wortes  (Exod.  2,  10)  verbürgt.
Die  Zischlaute  der  beiden  Sprachen  werden  nämlich  bei

1  Einigermassen  glaubt  Knobel,  Exodus  13  die  verkehrte  Etymologie  rechtfertigen ­
  zu  können.
2  Extrahens  non  extractus.  Gesenius  theraurus  IT.  824.
3  Von  der  Verkünstelnng  des  Namens  in  McoUor^<  durch  die  alexandrinischen
Juden,  schon  der  LXX,  bloss  um  eine  Möglichkeit  der  Ableitung  aus
dem  Wasser  (maau,  mou)  zu  gewinnen,  kann  man  jetzt  füglich  absehen.
4  Rouge,  Morse  et  les  Hebreux  (Paris  1869.  Mein,  de  la  societe  framj.  de
numismatique  et  d’archeologie.  4)  p.  9.  Damit  fallen  denn  auch,  wie.
Rouge  bemerkt,  die  Versuche  Lauth’s  (Moses  der  Ebräer  1868  S.  42  flgde.),
die  im  Papyrus  Anastasy  n.  I.  erwähnte  Hauptperson  mit  dem  biblischen
Führer  zu  identifieieren,  ganz,  abgesehen  von  dem  durch  Pleyte  geführten
Nachweise  (egypt.  Ztschft.  1869,  S.  33  und  100),  dass  der  Name  dieses
Mannes  überhaupt  nicht  Mesu  (jta!;),  sondern  Phthahmesu  (etwa  einem
'IlcoaioTlwv  entsprechend)  zu  lesen  sei.
            
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