Zur Katliarinenlegende.'
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Auslautendes -e zu -o, in allen Fällen ausser im Femin.
Plur., bekanntlich ein Merkmal der altveronesischen Denkmäler
und noch heutzutage mehren Mundarten Venetiens eigen, zeigt
sich vielfach in unserer Legende; nur wechseln die zwei Laute
beständig ab; ein und dasselbe Wort erscheint bald mit -o,
bald mit -e; so z. B. voxe 1153 voxo 1131; der Endung -orem
entspricht sowol -ore als -ovo u. s. w.; sieh auch die Verbalflexion.
Gegen eine allgemeine Einführung von -o sprechen
hie und da Reime und Assonanzen. Wenn nach dem Beispiele
von V. 68 man auch V. 11 honoro statt -e ansetzen wollte, so
würde studiöe nicht gut assoniren; indessen wäre hier mit
lionor : studib abgeholfen. Nach cognosro 78 würde man gerne
enfrometero (besser -metro) 79 lesen> aber das reimende Wort
lutere (od. letre) macht es räthlicher, e beizubehalten. Ja an
einer Stelle, 1112, muss das volo der Hs. (: roe) der Reinheit
der Assonanz zu Liebe zu vole verändert werden. Statt se
auch so, freilich in der Verbindung so no 284, wo ein rückwirkender
Wiederhall des o von no erblickt werden könnte; so
Mon. ant. A 120, Fra Paolino (cod. Marc. cap. 49); indessen
kommt Mon. ant. B 293 auch so len me recordo vor. Do statt
de an zwei Stellen vor lionor 230 und 1065.
Vielfaches Schwanken zwischen o und u: mujere 28 und
mojero 40, mundo sehr häufig aber auch inondo 832, pulcella 1
pole. 958. Cum erscheint als cun 9 und con 12. Auch quomodo
weist u auf, nicht bloss in cum, wo Proklisis angenommen
werden kann, sondern auch in cumo.
Au zu cd und ol: cildire 1101 oldi 206; in oy = audi 64
hat der Ausfall von d die Entwickelung von au 1 aus au verhindert.
Daneben freilich auch odi 546, ode 331, odire 547
und audire 1155. V. 330 lolda ist eine Emendation von mir;
ich hätte auch lalda schreiben können. Ols zu ons in dem
bekannten Beispiel consci 19; ein anderes kann gefunden werden
in alonsenga 995, dem (Et. Wb. I 3 255) der Stamm laus- zu
Grunde liegt. Es kommt übrigens auch losenga 1082 vor.
O'lcir 515 ist der bekannte Fall von o zu au, dann zu ol. Ungis
860 Hesse sich aus olcis oncis erklären. Für ancis 1141 scheint
dem ital. ancidere (von ine., E W IF 5) gegenüber gewagt, a statt
anlaut. o anzunehmen. Bemerkenswerth ist schliesslich arturio
389 arturiare 1051 statt alturio, dieses aus autorio = ajutorio.