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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 75. Band, (Jahrgang 1873)

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Egyptische  Einwirkungen  auf  hebräische  Culte.
/
Aaron’s  später  Stammbaum  versinnlicht  nun  wohl  den
genealogischen  Wunsch  (Genesis  15,  13—16),  jedes  der  angeblichen ­
  vier  Jahrhunderte  des  egyptischen  Aufenthaltes  mit
mindestens  einer  Generation  auszufüllen, 1  wie  ja  auch  für  die
Ahnenschaft  des  den  Aaroniden  am  nächsten  stehenden  Fürstenhauses ­
  der  Phyle  Juda  nur  eine  unvollständige  Reihe  von  vier
Generationen  bis  auf  den  Theilnehmer  des  Auszuges  Nacheshon
nachzuweisen  war. 2
Aber  einen  Anspruch  auf  historische  Glaubwürdigkeit
kann,  wie  hinlänglich  dargethan  sein  dürfte,  nicht  Einer  unter
den  angeblichen  Ahnennamen  Aaron’s  machen.  Es  bleibt  zunächst ­
  das  Verwandtschaftsverhältniss  desselben  zu  Moses  zu
erörtern.
Von  den  nunmehr  wegfallenden  Genealogieen  Beider  abgesehen, ­
  werden  sic  in  der  That  an  einer  Anzahl  Stellen,  von
denen  einige  der  ältesten  Ueberlieferung  angehören, 3  Brüder
genannt.  Hiemit  stimmt  aber,  wie  längst  bemerkt  wurde,  nicht
zum  Besten,  dass  in  einer,  ihrer  Redaction  nach  jüngeren,
ihrem  Grunde  nach  aber  echten  Nachricht  Mirjam  nur  Aaron’s
Schwester  heisst. 4  Es  ist  aber  unbemerkt  geblieben,  dass  zwei
zur  Bestattung  der  justificierten  ältesten  Söhne  Aaron’s  von
Moses  befehligte  Männer  (Levit.  10,  4)  nur  Aaron’s  ,Vettern - '
genannt  werden.  Vettern  desselben  müssen  sie  freilich  gemäss

Dan  nach  Assyrien  vererbte  (Richter  18,  30).  Der  nach  Jerusalem  gezogene ­
  Zweig  der  Familie  mochte  diese  Verwandtschaft  bis  auf  Gersom’s
späten  Enkel  Sebuel  gern  in  Vergessenheit  gerathen  lassen,  wie  auch  in
der  Geschichte  jenes  Priesterthums  von  Lais  a.  a.  O.  Mosis  Namen  in
den  eines  Manasse  geändert  wurde.  A r gl.  Ewald  Gesch.  II  492.
1  Ewald  Gesch.  Ic  37.
2  Ruth  4,  18  flgde.  I.  Chron.  2,  4  flgde.,  der  aber  auch  keine  Vermehrung
der  Generationen  hat.
2  Wie  Exodus  7  (v.  1  und  2);  28  (v.  2,  4  und  41);  Numeri  20,  8;  27,  13.
Ausserdem  Exodus  4,  14.  Levit.  16,  2;  vgl.  Schräder  Einl.  281  flgde.
4  Exod.  15,  20.  Den  von  Knobel  Ex.  157  geltend  gemachten  und  von  Anderen ­
  wiederholten  Einwand,  dass  der  Inhalt  nicht  der  Grundschrift  angehören ­
  könne,  weil  Mirjam  hier  nur  wegen  Numeri  12,  2  Prophetin
genannt  werde  und  weil  der  Gedankengang  sich  an  Exod.  15,  1  anschliesse
  —  diesen  Einwand  halte  ich  für  unerheblich,  weil  gar  kein
Anlass  für  den  die  Geschwisterschaft  mit  Moses  aussehliessenden  Zusatz
ersichtlich  ist.
            
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